Brand in Zeitz

Brand in Zeitz: Feuerwehr rettet Mieter aus brennendem Wohnblock

Zeitz - Am Nachmittag wird die Feuerwehr nach Zeitz-Ost gerufen. Ein Neubaublock muss evakuiert werden. Wie es gelang, Schlimmeres zu verhindern.

Von Angelika Andräs 05.05.2017, 15:35

Schreck am Freitagnachmittag: Im Treppenhaus der Anna-Magdalena-Bach-Straße 1 in Zeitz-Ost bricht ein Brand aus. „Wir wollten gerade das Essen vorbereiten, uns hinsetzen und ein bisschen zur Ruhe kommen“, erzählt eine sichtlich aufgeregte Bewohnerin. Stattdessen Großeinsatz für die Zeitzer Feuerwehr: Der gesamte Block wird evakuiert, mehrere Bewohner und ein Hund müssen über die Drehleiter gerettet werden. Über 40 Leute, nach ersten Informationen, stehen vor dem Haus und hoffen, dass sie bald in ihre Wohnungen zurückkönnen.

Es ist kurz vor 17 Uhr. Im Treppenaufgang gibt es einen lauten Knall. Dann hört Alexander Gehrmann schon seine Nachbarin rufen. Er wohnt im dritten Stock. Und genau da brennt der Sicherungskasten lichterloh. „Ich habe noch versucht, zu löschen“, sagt er, „aber es hat keinen Sinn gemacht.“ Dann hat er nur noch gerufen: „Die Feuerwehr muss her, alle raus!“

Wenige Minuten später geht der Alarm bei der Kreisleitstelle raus: die Ortswehr Zeitz, dazu die hauptberuflichen Kräfte. Der Brand an sich ist dank des koordinierten und routinierten Einsatzes unter Leitung von Einsatzleiter Sven Hornig schnell unter Kontrolle. Die Rauchentwicklung ist aber groß, die in den Wohnungen gebliebenen Leute können sie nicht über das Treppenhaus verlassen. Die Drehleiter kommt zum Einsatz. Dann halten alle kurz den Atem an: Auch ein Hund muss aus dem Fenster in den Korb gehoben werden. Niemand weiß, ob dann alle draußen sind. Hornig kontrolliert das, so gut es geht: Wo könnte noch jemand in der Wohnung sein? Wer wohnt da, wie viele Personen? Inzwischen gehen Einsatzkräfte unter Atemschutz wieder hinein. Weitere Brandherde müssen ausgeschlossen werden. „Wie lange mag das noch dauern?“, fragt ein Mann, „weiß jemand, ob wir heute wieder in unsere Wohnungen können?“

Alexander Gehrmann wartet ebenfalls und hofft, dass er den Abend wieder in seine vier Wänden verbringen kann. „Es ist schon jemand vom Vermieter, der Wohnungsgenossenschaft 1. Mai, da, und er meint, wir können dann später wieder in die Wohnungen zurück.“ Allerdings musste der Strom erst einmal komplett abgeschaltet werden. Strom und Feuer, das beunruhigt die Mieter schon. Umso mehr, als am Nachmittag noch an der Stromleitung und den Kästen gearbeitet wurde, wie mehrere Bewohner erzählen: „Die Kästen sollen in den Keller verlegt werden, und dann so etwas“, sagt die Frau und schüttelt immer wieder den Kopf. „So etwas habe ich noch nie erlebt, nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn die Feuerwehr nicht so schnell hier gewesen wäre. (mz)