Alte Mühle erweckt großes Interesse

Kayna/MZ. - Drastischer kann der Anblick der alten Wassermühle in Kayna nicht ausfallen: Wer vor dem großen Platz davor auf das jahrhundertealte Bauwerk blickt, sieht die rechte Seite des Gebäudes neu hergerichtet: Da wurde das Dach neu gedeckt, sind die Fenster erneuert worden und auch der Farbanstrich sieht frisch aus. Doch quasi in der Mitte des Haues beginnt nach links der Teil, der mehr und mehr zerfällt. Die Besitzverhältnisse dieses Teils der Mühle seien ungeklärt, ist zu ...

Von Klaus-Dieter Kunick 10.05.2007, 16:00

Drastischer kann der Anblick der alten Wassermühle in Kayna nicht ausfallen: Wer vor dem großen Platz davor auf das jahrhundertealte Bauwerk blickt, sieht die rechte Seite des Gebäudes neu hergerichtet: Da wurde das Dach neu gedeckt, sind die Fenster erneuert worden und auch der Farbanstrich sieht frisch aus. Doch quasi in der Mitte des Haues beginnt nach links der Teil, der mehr und mehr zerfällt. Die Besitzverhältnisse dieses Teils der Mühle seien ungeklärt, ist zu erfahren.

Anita Witt, die den sanierten Teil mit Berthold Sauppe bewohnt, berichtet, dass ihr von den Eltern die Mühle vererbt wurde. Diese hatten das Gebäude bereits in den 70er Jahren käuflich erworben. Die LPG übernahm in den 50er Jahren die Mühle, die durch Kriegseinwirkungen zum Teil schwer zerstört war und 1948 neu aufgebaut wurde. Jahrelang nutzte die LPG die Mühle, die dort Getreide mahlte. "Wenn morgens um 6 Uhr die Maschinen angingen, vibrierte alles", blickt Frau Witt zurück. Ihre Eltern hätten sich allerdings an das Geräusch im Laufe der Jahre gewöhnt. Bis zur Wende sei die Mühle in Betrieb gewesen. Der Besitzer zur damaligen Zeit sei aus gesundheitlichen Gründen aus der LPG ausgetreten, worauf hin das Wohnhaus und die Mühle getrennt betrachtet wurden.

In der ehemaligen Produktionsstätte könnte getrost ein Gruselfilm gedreht werden: Über allen Maschinen und den Aggregaten haben Spinnweben ihre Spuren hinterlassen. Egal wohin man tritt, die Spinnweben errichteten ein dichtes Netz. Im Büro hängen noch die Gardinen von damals, ein alter Hut und eine Fliegenklatsche wurden ebenfalls zurückgelassen. Dennoch kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass die Maschinen spontan gestartet werden können und alles beginnt zu summen. Ein Trugschluss. Seit Jahren hat kein Mensch das Innere der Mühle mehr betreten. Am schlimmsten sieht es auf dem Dach aus. Es ist zum Teil undicht, einige Ziegel liegen locker oben auf.

1999 zog Frau Witt in das Wohnhaus ein, das noch mit einer Ofenheizung ausgestattet war. "Schritt für Schritt haben wir das Haus saniert", so Frau Witt. Die Forderungen des Denkmalschutzes, das Fachwerk nicht zu beschädigen, habe man natürlich eingehalten. Erst im vergangenen Jahr konnte der Bau fertig gestellt werden. Wichtig sei vor allem die aus Sicherheitsgründen eingezogene Brandmauer zum unsanierten Teil des historischen Hauses gewesen. Denn vom Wohnhaus hin zum "alten" Teil der Mühle war lediglich eine Pappwand eingezogen. Mündlich überliefert ist, dass der alte Mühlgraben mitten durch das Wohnhaus zur Mühle hin führte. Erkennbar ist das auch heute noch: Eine Rinne wurde zugemauert. Bis zum vergangenen Jahr gab es außerdem noch eine Verbindung zum Wirtschaftstrakt der Mühle. Das Wohnhaus ist allerdings nicht das typische Fachwerkgebäude, das sich alle vorstellen, beispielsweise mit der niedrigen Deckenhöhe. Möglicherweise seien die Zimmer beim Aufbau der Mühle 1948 von vornherein größer konzipiert worden. Aber genau wisse sie das nicht, ergänzt Frau Witt.