Baupläne

Wieso die Christuskirche in Wittenberg eingerüstet ist

An der Wittenberger Christuskirche müssen Sandsteingiebel saniert werden. Was der Pfarrer dazu sagt.

Von Corinna Nitz 07.01.2022, 11:45
Teile der Christuskirche Wittenberg sind  eingerüstet. An Sandsteingiebeln sind Schäden festgestellt worden.
Teile der Christuskirche Wittenberg sind eingerüstet. An Sandsteingiebeln sind Schäden festgestellt worden. Foto: Klitzsch

Wittenberg/MZ - Teile der Christuskirche in Wittenberg sind eingerüstet. Nach Auskunft des zuständigen Pfarrers Hans-Jakob Schröter vom Kirchspiel Dobien, zu dem auch die Christuskirche mit Gemeinde gehört, sind die mehr als 110 Jahre alten Sandsteingiebel des Sakralbaus beschädigt. Aufgefallen war das im Rahmen von Reinigungsarbeiten an den Fallrohren der Dachrinnen, dafür war zunächst auch das Gerüst aufgestellt worden. Nun bleibt es zum Süden hin und in Teilen der Nordseite aus Sicherheitsgründen weiter stehen.

Wie die Schwestern

Benötigt wird das Gerüst nicht zuletzt für die Begutachtung der Giebel durch einen Restaurator. „Es soll eine Kartierung der Schäden gemacht werden“, sagt Schröter zur MZ. Er gehe davon aus, dass im Frühjahr damit begonnen wird. Zum weiteren zeitlichen Ablauf hingegen ließen sich gegenwärtig noch keine konkreten Angaben machen. Man müsse zunächst die Schadensmeldungen im Einzelnen abwarten, aus denen sich dann auch die Höhe der ebenfalls noch nicht näher bezifferten Kosten ergibt. Finanziert werden könnte die Maßnahme mit Hilfe des evangelischen Kirchenkreises, der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und aus Eigenmitteln. Zudem könnten Fördermittel geprüft werden.

Die geplanten Arbeiten wären nicht die ersten Sanierungsmaßnahmen in jüngerer Zeit an der 1907 und 1908 errichteten Saalkirche. Etwa konnte im Umfeld des Reformationsjubiläums 2017 die einstmals abgetrennte Winterkirche wieder umfassend hergerichtet und zudem um eine Küche ergänzt werden. Investiert wurde unter anderem in Heizkörper und in die Wiederherstellung der Ausmalung des Raumes.

Hans-Jacob Schröter
Hans-Jacob Schröter
Foto: Klitzsch

Damals war die Rede von 120.000 Euro, was im Vergleich zu Baumaßnahmen an den beiden großen Wittenberger Innenstadtkirchen wenig anmutete. Apropos: Wie es auf der Homepage der EKM heißt, ist die Christuskirche genau so groß „wie ihre Wittenberger Schwestern, die Stadtkirche und die Schlosskirche“. Dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Westen der Stadt derart großzügig gebaut wurde, lag wie berichtet an der boomenden Industrie am Standort. Damit einher ging wohl die Annahme, dass viele Menschen auch einen Platz in Gottes Haus brauchen würden. Als 2019 das 111-jährige Bestehen der Kirche gefeiert werden konnte, wurde die Zahl der Gemeindeglieder mit 450 angegeben.

Muster vorhanden

Bereits vor der Renovierung der Winterkirche hat es Schröter zufolge die Sanierung eines „Mustergiebels“ gegeben. Vielleicht kann der ja auch als Orientierung dienen. Trotz der Gerüste, die nun in Teilen das Erscheinungsbild der Christuskirche dominieren, sei die Nutzung derselben nicht eingeschränkt, auch Gottesdienste finden weiterhin statt.