Stadtrat Wittenberg

Stadtrat Wittenberg: Keine Gedenktafel für Marcus Hempel

Wittenberg - Eine deutliche Mehrheit lehnt den Vorstoß der AfD zu einer Gedenktafel für Marcus Hempel ab. Der Mann war 2017 nach einer Auseinandersetzung mit einem Ausländer ums Leben gekommen.

Von Irina Steinmann 30.10.2020, 10:50

Für den vor drei Jahren bei einer Auseinandersetzung am „Arsenal“ ums Leben gekommenen Marcus Hempel wird es keine öffentliche Gedenktafel geben. Der Stadtrat von Wittenberg lehnte am Mittwochabend einen entsprechenden Antrag der AfD-Fraktion mit deutlicher Mehrheit ab, dafür stimmten lediglich die eigene Fraktion sowie die beiden Ex-Mitglieder. Neun Enthaltungen entfielen auf die Freien Wähler sowie, in einem Fall, auf die Linke.

Debattiert wurde nicht über das Anliegen. Neben den Befürwortern äußerte sich allein Richard Thomas (Freie Wähler): Er befürchte „Vandalismus“, begründete er seine Enthaltung.

Die AfD selbst hatte bereits im Antragstext keinen Zweifel daran gelassen, worum es ihr mit der Tafel geht - um Kritik an einem als skandalös bewerteten Urteil und um die Betonung der Tatsache, dass es sich bei dem verurteilten Täter um einen Ausländer handelt - und sie äußerte sich auch im Stadtrat entsprechend: Die vorgeschlagene Gedenktafel abzulehnen, sagte Einbringer Thomas Höse, wäre ein neuerlicher Ausweis der herrschenden „verdorbenen moralischen Ansichten“.

Wenig überzeugend wirkte vor diesem Hintergrund der folgende Verweis von seiner Fraktionskollegin Anne Grünschneder auf den „trauernden Vater“ und doch bloß „ein kleines Fleckchen Erde“, das für die Trauer benötigt würde.

Abgelehnt wurde auch von der AfD der Vorschlag ihres Ex-Fraktionsmitglieds Dirk Hoffmann, das Anliegen in den Kulturausschuss zu verweisen, um sich dort das Video der Tat anzuschauen. (mz)