Stadtgrün in Wittenberg

Stadtgrün in Wittenberg: Alle wollen mehr Bäume haben

Wittenberg - Auch in Wittenberg soll es bald Baum-Patenschaften geben.

Von Irina Steinmann 01.12.2020, 12:01

Wie bereits in vielen anderen Städten üblich soll es Bürgern bald auch in Wittenberg möglich sein, eine Baumpatenschaft zu übernehmen. Das hat der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen, er folgte damit einem Vorschlag der SPD-Fraktion. Die Entscheidung war einstimmig, es gab lediglich eine Enthaltung. Damit hat die Verwaltung den Auftrag, zu überlegen, wie der Wunsch konkret zu realisieren ist.

Zurückgewiesen wurde der Vorschlag von Stefan Kretschmar (Freie Wähler), die Angelegenheit zuvor erst einmal ausgiebig im Bauausschuss zu behandeln. Dies sei nicht nötig, fand unter anderem Anne Grünschneder von der AfD.

Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) verwies darauf, dass das von ihm nun zu erarbeitende Konzept ohnehin in den Bauausschuss kommen werde. Kretschmar war es auch, der darauf hingewiesen hatte, dass es bereits vor gut zehn Jahren, im Zusammenhang mit der Entscheidung über den Luthergarten, einen entsprechenden Vorschlag gegeben habe und rief die Verwaltung dazu auf, beide Anträge kombiniert zu behandeln.

Es sei doch letztlich „egal, wer’s erfunden hat“, erklärte SPD-Vizefraktionschef Johannes Ehrig, der den Antrag eingebracht hatte. Baumpatenschaften seien gut fürs Grün in der Stadt, fürs Klima und für die „Identität“ der Bewohner Wittenbergs.

Letzteres gefiel auch der AfD. Patenbäume sorgten für eine „zusätzliche emotionale Bindung“ an die Stadt, so Grünschneder. „Wir freuen uns drauf“, sagte sie mit Blick auf künftige Pflanzaktionen - zum Beispiel, fügte sie als Seitenhieb hinzu, in der Neustraße, wo die Grünen keine neuen Bäume wollen, weil ihnen an der Stelle Radwege lieber wären.

Baumpatenschaften sind in der Lutherstadt wie bereits jetzt möglich, sie finden aber nur sporadisch, sprich, auf Anfrage von Bürgern oder Unternehmen statt. Trotzdem gibt es aber in der Altstadt auch heute schon außerhalb des Luthergartens Jungbäume, die mit entsprechenden Täfelchen versehen sind, etwa die beiden „Steiner-Linden“ in der westlichen Wallstraße, benannt nach ihrer Stifterin, einer früheren Stadt-Mitarbeiterin. (mz)