Sportliche Leistung

Sportliche Leistung: Sanierung der Turnhalle in Piesteritz beendet

Wittenberg - Die desolate Turnhalle „Am Volkspark“ wird in knapp einem Jahr Bauzeit grundlegend erneuert. Die Kosten steigen von geplanten 1,2 auf 1,6 Millionen Euro.

Von Marcel Duclaud 07.09.2019, 07:45

Der Landkreis steckt ordentlich Geld in seine Schulen. Gebaut wird gegenwärtig vielerorts, am Gräfenhainichener Gymnasium zum Beispiel, das altehrwürdige Haus des einstigen Melanchthon-Gymnasiums in Wittenberg wird wieder schön (und nutzbar) gemacht, bei der Förderschule Pestalozzi läuft die grundlegende Instandsetzung, in Jessen entsteht ein Förderschulen-Neubau. Das Piesteritzer Lucas-Cranach-Gymnasium ist wie berichtet in den vergangenen Jahren Stück für Stück auf Vordermann gebracht worden.

Jetzt gibt es für die Cranach-Gymnasiasten einen weiteren Grund zur Freude. Sie haben eine 1a-Turnhalle zur Verfügung. Ein Altbau zwar, in den 1980er Jahren errichtet, Typ „MT 90/1“ wie am Schwanenteich, aber ziemlich komplett erneuert nun. Für immerhin rund 1,6 Millionen Euro. Vor gar nicht langer Zeit, heißt es bei der Eröffnung am Freitag, blieb der Ball beim Prellen einfach liegen.

„Der Boden war tot.“ Und auch sonst gehörte die Turnhalle „Am Volkspark“ zu den verschlissenen. Das hat sich gründlich geändert in relativ kurzer Zeit. Binnen eines knappen Jahres wurde die Sporthalle saniert, die Bälle springen jetzt wieder, der Boden federt, es handelt sich um einen „kombinierten elastischen Boden“, geeignet für verschiedene Sportarten.

Die Halle wird wie viele andere wesentlich für den Schulsport genutzt, weshalb Landratsvize Jörg Hartmann (CDU) den symbolischen Schlüssel an Bernd Ludlei, Leiter des Cranach-Gymnasiums, überreicht. Etwa eine Viertelstunde Weg müssen die Schüler zurücklegen, um zur Sporthalle zu gelangen. Kein großes Problem, sagt Hartmann: „Wir mussten das früher schon laufen, es hat uns nicht geschadet.“

Als Ausweichvariante stand während der Bauzeit die Mehrzweckhalle in Griebo zur Verfügung, der Landkreis hatte eigens Busse organisiert, die die Gymnasiasten dorthin brachten und wieder zurück.

Der Aufwand hat sich nun erledigt. Der Aufwand, die Turnhalle zu sanieren, war unterdessen erheblich. Die Kosten sind gestiegen, von ursprünglich geplanten 1,2 auf die erwähnten etwa 1,6 Millionen Euro. Das lag nach den Worten von Fachdienstleiterin Ines Behrens unter anderem an Arbeiten, die nicht absehbar waren. Zudem ist eine eigene Zufahrt angelegt und eine eigene Heizung installiert worden.

Ludlei erinnert sich bei der Einweihung am Freitag daran, wie Turnhallen in DDR-Zeiten gebaut wurden, zum Teil ziemlich provisorisch. Dass bei der Sanierung die eine oder andere Überraschung zutage tritt, sei kein Wunder: „Das macht das Kalkulieren der Kosten so schwierig.“

Die Turnhalle „Am Volkspark“ dient aber natürlich nicht allein dem Schulsport, sondern auch Vereinen. Insbesondere Ballsportarten haben dort ein Zuhause, weiß Uwe Loos, Präsident des Kreissportbundes. „Ich kann mich noch erinnern, wie es hier früher aussah“, sagt er am Freitag. Kein Vergleich zu jetzt. Überhaupt böten die zehn Sporthallen in Eigentum des Landkreises den Vereinen inzwischen gute Bedingungen.

Rund 2 500 Sportler nutzen sie, so Loos. Wünsche hat der KSB-Präsident trotzdem einige. Einer betrifft den desolaten Sportplatz unweit der Turnhalle. Der könnte eines der nächsten Sanierungsvorhaben sein. (mz)