Ornithologie

Ornithologie: Luther-Storch überwintert in Oderwitz

Wittenberg - Michael Kaatz spricht von einer kleinen Sensation. „Die Freude ist groߓ, sagt der Geschäftsführer vom Storchenhof Loburg. Es geht um „Luther“ - das Tier erhielt diesen Namen, nachdem 2016 ein Unbekannter in der Nähe der Dabruner Weinberge auf ihn geschossen ...

05.02.2018, 16:32

Michael Kaatz spricht von einer kleinen Sensation. „Die Freude ist groß“, sagt der Geschäftsführer vom Storchenhof Loburg. Es geht um „Luther“ - das Tier erhielt diesen Namen, nachdem 2016 ein Unbekannter in der Nähe der Dabruner Weinberge auf ihn geschossen hatte.

Der Storch, der nach der Operation praktisch zur Reha in Loburg war, hat in der Oberlausitz überwintert. Er hält sich seit Oktober 2017 in Oderwitz im Landkreis Görlitz in Sachsen auf. Es gibt keinen Zweifel. Fotos zeigen den Ring, der eindeutig identifiziert werden kann. Kein Zweifel: Es ist „Luther“. Die Wiedersehensfreude - das zeigen Bilder - ist bei den Ornithologen groß.

Vermutlich plante der Storch im Herbst seinen Zug nach Afrika über die Ostroute, brach diesen dann aber Anfang Oktober ab und erkor sich den Schornstein der alten Färberei in Oderwitz als Überwinterungsort aus. Zunächst nahmen die Anwohner an, es handle sich um einen der Brutstörche, der dageblieben ist. Bis der Ring abgelesen wird.

In der Wahlheimat ist der Storch sehr beliebt. Die Steppkes der Kindertagesstätte „Knirpsenland“ schauen immer wieder nach dem Rechten. Die „Sächsische Zeitung“ berichtet über den ungewöhnlichen Wintergast. Die Journalisten der Zittauer Lokalausgabe informieren darüber, dass „Luther“ den Sturm „Friederike“ überstanden hat.

Das ganze Dorf nahm Anteil und beratschlagte sich bereits, was im Notfall zu tun wäre. In einer Oderwitzer Facebook-Gruppe erkundigt man sich immer wieder: Wie geht es denn unserem Storch? Sie erzählten auch, dass es den Storchenhorst erst seit drei Jahren dort gibt und erst seit zwei Jahren Bruterfolg mit jeweils zwei Jungen zu verzeichnen ist.

„Spannend wird nun, wie sich ,Luther’ weiter verhält, wenn seine Artgenossen aus dem Süden zurückfliegen“, sagt Kaatz. Immerhin wurden schon zwei Störche - und zwar in Loburg und Emersleben - nach ihrer Rückkehr in Sachen-Anhalt gesichtet. „Das ist ungewöhnlich früh“, sagt Kaatz, der dafür den milden Winter verantwortlich macht. Er hält es auch für wahrscheinlich, das „Luther“ nach Dabrun zurückkehrt.

Dass er im Winter nicht ausgewandert sei, können mehrere Gründe haben. „Er war flugfähig, hatte aber vielleicht noch Restbeschwerden oder es fehlte die Kondition“, so Kaatz.

(mz/hü)