Bauausschuss

Kleingärten kommen in den Wittenberger Stadtrat

Der Bauausschuss macht den Weg frei. Reinhild Hugenroth (B90/Grüne) scheitert mit ihrem Antrag.

Von Irina Steinmann
Protest am Gartenzaun
Protest am Gartenzaun Foto: Klitzsch

Wittenberg - Das Kleingartenentwicklungskonzept für die Anlage „Am Stadtgraben“ kann wie geplant im September vom Stadtrat entschieden werden; der Bauausschuss stimmte der Beschlussvorlage am Montag mit deutlicher Mehrheit zu. Zuvor war ein Antrag von Reinhild Hugenroth (Grüne) gescheitert, die Sache erst später - nach einer Entscheidung über die Landesgartenschau - zu behandeln. Das Konzept solle auch ohne eine Gartenschau realisiert werden, hieß es seitens der Verwaltung.

Erhalten und öffnen

Die Stadt Wittenberg möchte die nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Gartensparte wieder in den Grüngürtel Wallanlagen integrieren und damit der Öffentlichkeit besser zugänglich machen, wobei die Kleingärten grundsätzlich erhalten bleiben sollen. „Beide haben ihre Daseinsberechtigung“, sagte im Ausschuss Planerin Anett Paul. Zu dem angestrebten Kleingartenpark gebe es daher „keine Alternative“.

Mit Ausnahme von Hugenroth, die die Kleingartenanlage „genau so wie sie ist“ erhalten möchte, äußerten sich Bauausschussmitglieder von AdB über Freie Wähler bis SPD positiv zu diesen Plänen, für die 17 der 108 Parzellen ganz verschwinden sowie zwei Dutzend weitere verkleinert werden sollen.

Mit Interesse hatten Vertreter des Kleingartenvereins im Publikum die Debatte verfolgt. Sie stehen dem Vorhaben wie berichtet seit vielen Jahren kritisch gegenüber, wollen die Entscheidung der politischen Gremien aber respektieren.

Unverändert kritisch betrachte man die Anzahl der zum Rückbau vorgesehenen Gärten, die Zahl der zur öffentlichen Nutzung - als Themengärten - vorgesehenen „drei“ Parzellen sowie den Umfang der Teilrückbauten an den 24 Flächen, heißt es in einem Papier, das Vereinsvorsitzende Ute Mücke im Ausschuss verteilte. Paul betonte hierzu, dass es sich um ein Konzept handele, also noch nicht mit einem festen Plan.

Streit um Vollmacht

Weiter schwelt indes der Konflikt zwischen Verein und Kreisverband, der letzte Woche wie berichtet zum Abbruch des jüngsten Dreier-Treffens im Rathaus geführt hatte: Der Verein will die vom Verband entzogene Verwaltungsvollmacht zurück und macht dies, wie auch Bürgermeister Jochen Kirchner im Ausschuss berichtete, zur Bedingung für die Fortsetzung der Gespräche. (mz)