Kindertagesstätten

Kitawerk „entsetzt und enttäuscht“über Pläne in Wittenberg

Der Träger reagiert auf Pläne der Stadt, Kitas von freien Trägern zu übernehmen.

Von Irina Steinmann
Der Sitz des Trägers
Der Sitz des Trägers (Foto: Klitzsch)

Wittenberg - Gut zehn Tage nach Bekanntwerden der städtischen Kita-Kündigungspläne hat sich das betroffene Wittenberger Kindertagesstättenwerk nun erstmals gegenüber der MZ geäußert. In einer schriftlichen Stellungnahme zeigen sich Vorstand und Geschäftsführung des Vereins „entsetzt und enttäuscht“ über die „Vorgehensweise“ der Stadt und die Kündigung seiner beiden Einrichtungen in der Schillerstraße 44/45.

Wie berichtet hat die Stadt Wittenberg die Mietverträge der Kita-Gebäude per 31. Juli 2022 gekündigt und will die Kitas „Schnatterinchen“ und „Wortschatzpiraten“ anschließend selbst betreiben. Davon verspricht man sich Kosteneinsparungen.

„Unser Verein wurde 1992 aus der Stadt heraus gegründet“, heißt es in dem Schreiben. Ohne die Vereinsgründung würde es diese beiden Einrichtungen „vielleicht gar nicht mehr geben“, heißt es auch unter Verweis auf „Entbehrungen“, die die Mitarbeiter seinerzeit auf sich genommen hätten. Man habe sich gegenüber der Stadt immer als „zuverlässiger und kompromissbereiter Partner“ gezeigt und selbst „nicht unerheblich“ in den Standort investiert.

Verwiesen wird auf die „qualitative pädagogische Arbeit“, die in der dank Fortbildungen zu einer solchen entwickelten „Kreativitätseinrichtung“ geleistet werde, und auch auf die bereits seit zehn Jahren verlängerten Öffnungszeiten für die Wittenberger Familien. Betroffen von der Kündigung ist laut Verein auch die in der Schillerstraße 44/45 befindliche Küche, wo seit 1998 für alle Einrichtungen gekocht werde. Das Kindertagesstättenwerk betreibt in der Lutherstadt fünf Kitas und zwei Horte.

Wie es nun mit den Kitas - und dem Verein - weitergeht, ist offen. Man sei gerade dabei, eine Strategie zu erarbeiten, sagte am Dienstag Geschäftsführerin Sabine Lühnsdorf auf die Frage der MZ, ob der Verein sich zu wehren gedenke.

Sie sagte auch: „Wir hoffen immer noch.“ Gegenwärtig freue sie sich über „ganz viel Solidarität“, so Lühnsdorf, die nach eigenen Angaben in den zurückliegenden Tagen nach Eintreffen des Kündigungsfaxes und der folgenden Presse-Berichterstattung vorrangig damit beschäftigt war, Fragen beunruhigter Mitarbeiter und Eltern zu beantworten. Im kommenden Jahr möchte der Verein 30 Jahre alt werden. (mz)