Schule

Interkulturelle Woche endet im Paul-Gerhardt-Gymnasium mit Präsentation

Die Gräfenhainichener Gymnasiasten lernen eine Woche lang etwas über vier Entwicklungs- und Schwellenländer. Am Freitag gab es nun eine Präsentation.

Von Julius Jasper TOpp Aktualisiert: 13.05.2022, 18:28 • 13.05.2022, 18:23
Vietnam war ein Land, das die Schüler zur Präsentation  der Interkulturellen Woche mit passender Kleidung und den Tänzen vorstellten.
Vietnam war ein Land, das die Schüler zur Präsentation der Interkulturellen Woche mit passender Kleidung und den Tänzen vorstellten. Foto: Th. Klitzsch

Gräfenhainichen/MZ - Seit nunmehr 22 Jahren gibt es die Interkulturelle Woche am Paul-Gerhardt-Gymnasium in Gräfenhainichen. Nach der Pandemiepause ging es in diesem Jahr für die 10. Klassen zumindest imaginär nach Marokko, Vietnam, Togo und Senegal. Referenten, die den Schülern ihre Länder nahe bringen, waren eine Woche lang in der Heidestadt zu Gast. Zum Abschluss gab es am Freitag nun die traditionelle Abschlusspräsentation, bei der die Schüler Sketche zu ihren „Gastländern“ aufführten.

Darin ging es etwa um das Essen in Vietnam oder Schmuckhandel in Marokko. „In diesem Jahr lag der Fokus außerdem auf Entwicklungspolitik“, erklärt Lehrer Daniel Rumpold, der die Interkulturelle Woche betreut. Es sei wichtig, dass die Schüler andere Kulturkreise kennenlernten - viele seien nie in ein Entwicklungs- oder Schwellenland gereist. So sei die Woche eine gute Vorarbeit für das nach den Sommerferien startende Kurssystem - etwa für die Fächer Geografie oder Politik.

Ein Gespräch auf dem Markt in Marokko gibt Information über das Land.
Ein Gespräch auf dem Markt in Marokko gibt Information über das Land.
Thomas Klitzsch

Pinh-Chien Tran lebt seit 1987 in Schkeuditz bei Leipzig. Seit 2014 kommt der gebürtige Vietnamese, der schon vor seinem Umzug in die ehemalige DDR in Magdeburg studiert hatte, nach Gräfenhainichen, um den Schülern die Kultur seines Heimatlandes vorzustellen. „Die Schüler entscheiden selbst, was sie vorführen möchten. Ich unterstütze nur“, sagt der 66-jährige Rentner. Dieses Jahr hätten sie sich besonders für die Politik Vietnams interessiert, etwa dafür, dass es große Unterschiede zwischen den Ärmsten auf dem Land und den reichen Menschen in den Städten gebe.

Auf einem „Kamel“ heißt es, das Land entdecken.
Auf einem „Kamel“ heißt es, das Land entdecken.
Foto: Thomas Klitzsch

„Wenn man an Asien denkt, denkt man zuerst an China“, meint die Zehntklässlerin Lea Anders, die sich eine Woche lang mit Vietnam beschäftigt hat. Ihre Mitschülerin Mia Marschalk hat sich mit Marokko beschäftigt und wurde überrascht. „Ich dachte immer, das sei ein extrem armes Land, in dem es kaum Wirtschaft gebe“, sagt sie. „Wir wurden aber aufgeklärt, dass es auch große Wirtschaftsprojekte gibt.“ Bei der Präsentation zeigte ihre Gruppe etwa einen hochmodernen Solarpark gigantischer Ausdehnung in der Wüste oder Windräder in den Dünen.

Eine Reportage „im Fernsehen“ über das Land Vietnam.
Eine Reportage „im Fernsehen“ über das Land Vietnam.
Foto: Thomas Klitzsch

Unterstützt wurde das Projekt von der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt sowie vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.