Bildung

Hoffen auf Sanierung in Trebitz

Die Trebitzer Grundschule zählt zu den wenigen, die noch nicht grundlegend modernisiert worden sind. Wie es dort aussieht und was sich ändern soll.

Von Marcel Duclaud
Das Trebitzer Schulhaus vom idyllischen Garten aus gesehen: Jana Müller im Gespräch mit Schülerinnen.
Das Trebitzer Schulhaus vom idyllischen Garten aus gesehen: Jana Müller im Gespräch mit Schülerinnen. (Foto: Thomas Klitzsch )

Trebitz - Marlies Oertelt muss die Uhr immer im Blick behalten. Wenn es klingeln soll an der Trebitzer Grundschule, dann steht die Sekretärin auf und bedient ein Rädchen. Klingeln funktioniert im Handbetrieb.

Auch sonst scheint die kleine Schule ein bisschen aus der Zeit gefallen. Das Linoleum, das längst nicht mehr sauber wird, stammt offenbar noch aus frühen DDR-Zeiten, es gibt diverse Stolperstufen im Schulhaus und Drehschalter für das Licht in der Schulküche, die wenig zu tun hat mit einer modernen Küche.

Die Toilette befindet sich nicht im Gebäude, wer sie besuchen will, muss über den Hof. Die Trebitzer Grundschule dürfte zu den sehr wenigen gehören, in denen drinnen nach der Wende keine grundlegende Sanierung stattgefunden hat.

Klingeln funktioniert im Handbetrieb.
Klingeln funktioniert im Handbetrieb.
(Foto: Klitzsch)

Von außen ist es ein in freundlicher Farbe gehaltener Bau, drinnen in den Fluren aber ist es dunkel. Um dem etwasentgegenzusetzen, wurden wenigstens die Türen bunt bemalt. Nicht zuletzt was den Brandschutz betrifft, dürfte einiges im Argen liegen.

Die kleine Schule mit ihren gegenwärtig 78 Mädchen und Jungen ist dringend sanierungsbedürftig. Jana Müller, die neue Leiterin, setzt sich mit viel Leidenschaft dafür ein, dass das auch wahrgenommen wird. Angesichts der vielen prima hergerichteten, modern ausgestatteten Schulen in der Region fehlt ihr das Verständnis dafür, dass das in Trebitz bislang nicht geschehen ist.

Die aus Wartenburg stammende Lehrerin, die Musik unterrichtet, Mathe und Deutsch, ist beim Stadtrat aufgetreten, sie hat den Landrat eingeladen und den Bürgermeister, den Kulturausschuss eine Stunde lang durch das Gebäude geführt. Sie kämpft für die Schule, die ihr am Herzen liegt.

Die Schulküche
Die Schulküche
(Foto: Klitzsch)

Dass etwas geschehen muss, ist mittlerweile Konsens. Die Kommune hat auch schon seit längerem konkrete Pläne in der Schublade. Allein, die Finanzierung im verschuldeten Bad Schmiedeberg auf die Beine zu stellen, ist nicht ganz einfach.

Im vergangenen Jahr gab es wie berichtet überhaupt keinen genehmigten Haushalt, in diesem Jahr ist er noch nicht beschlossen - was aber am kommenden Donnerstag beim nächsten Stadtrat geschehen könnte. Gibt die Kommunalaufsicht dem Zahlenwerk - das Defizit liegt bei 2,5 Millionen Euro - ihren Segen, dann kann tatsächlich begonnen werden mit umfangreichen Sanierungsarbeiten.

Die Grundschule ist nach den Worten von Bürgermeister Martin Röthel (SPD) „ein zentrales Projekt, das wir unbedingt angehen wollen“. Damit das gelingt, hat die Kommune sich in den Investitionen auf das Dringendste beschränkt: auf die Schule in Trebitz und auf das Feuerwehrgerätehaus in Korgau.

Waschbecken im Klassenraum
Waschbecken im Klassenraum
(Foto: Klitzsch)

Nach gegenwärtigen Plänen soll etwa eine Million Euro in das Schulhaus gesteckt werden. Es geht laut Röthel wesentlich um Brandschutz, um eine neue Fluchttreppe zum Beispiel und um spezielle Türen - die bunten müssen leider weichen. Die Elektrik soll auf Vordermann gebracht, die Klassenräume sollen modernisiert werden. Auch am Sanitärbereich werde sich selbstverständlich etwas tun.

Jana Müller berichtet überdies von einer vorgesehenen grundlegenden Änderung der Raumaufteilung. Unten würden nach einer Sanierung Sekretariat, Schulleiterbüro, drei Klassenzimmer und Toiletten Platz finden, für die obere Etage sind zwei Klassenräume vorgesehen - und ein Bereich für den Hort. Was eine erhebliche Erleichterung bringen dürfte. Zurzeit findet die Hortbetreuung für Trebitzer Schüler in zwei Kindertagesstätten statt.

Während der Bauarbeiten soll der Unterricht in Containern auf dem Schulgelände stattfinden. Wenn das alles überstanden ist, freuen sich Jana Müller und ihr Team schon auf eine sanierte, modern eingerichtete Grundschule. Die kann nicht zuletzt mit einem großzügigen, bei den Kindern beliebten Garten punkten.

Auch Schulsekretärin Marlies Oertelt hofft auf baldige Veränderung: „Das sah schon so aus“, zeigt sie auf das abgenutzte Linoleum, „als ich in den 1970er Jahren hier zur Schule gegangen bin.“ (mz)

Der Flur mit Kisten, in denen Sportutensilien untergebracht sind.
Der Flur mit Kisten, in denen Sportutensilien untergebracht sind.
(Foto: Klitzsch )