Förderung in Wittenberg

Förderung in Wittenberg: Die Stadt baut weiter an sich

Wittenberg - Weitere Förderung angekündigt: Ein Projekt ist die Modernisierung der Stadtbibliothek.

Von Irina Steinmann

Das Reformationsjubiläum ist vorüber - Geld fließt weiter, wenn auch in geringerem Umfang als im Vorfeld des außergewöhnlichen Jahres 2017. 2,4 Millionen Euro bekommt die Lutherstadt Wittenberg wie am Dienstag berichtet aus verschiedenen Fördertöpfen. Der Löwenanteil fließt einmal mehr in die Altstadt, allerdings dort auch in Objekte, von denen alle etwas haben (können).

Beispielsweise in die Hauptstelle der Wittenberger Stadtbibliothek. Die Einrichtung in der Schloss-Straße 7, die von der Bausubstanz her trotz Bemühungen zu einem großen Teil noch den Hauch von gestern atmet, soll zukunftsfähig gemacht werden.

Im kommenden Jahr sollen dort Instandsetzungs- und Modernisierungsarbeiten beginnen, 150.000 Euro hat die Stadt selbst zur Finanzierung eines ersten Bauabschnitts bereits in ihren 2018er Haushalt eingestellt; nun fließen Fördermittel aus dem Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren (Aso)“, für diese und andere Maßnahmen insgesamt 560.000 Euro. Aso wurde 2008 aufgelegt und hat als allgemeines Ziel die „Stärkung von zentralen Versorgungsbereichen“, deren Funktion etwa durch Leerstand eingeschränkt oder gar bedroht ist.

Ausschuss tagt in Bibliothek

Wer sich speziell für die neue Stadtbibliothek interessiert: Das Konzept soll auf der nächsten Sitzung des Kulturausschusses in der kommenden Woche vorgestellt werden, die Sitzung am Nikolaustag beginnt diesmal schon um 16 Uhr und nicht wie gewohnt im Neuen Rathaus, sondern vor Ort, im bereits renovierten Versammlungsraum der Bibliothek, der seit einiger Zeit auch für Ausstellungen.

Insgesamt fließt nach aktuellen Angaben des Landesverwaltungsamtes knapp eine weitere Million an Geld aus den Förderprogrammen „Städtebaulicher Denkmalschutz“ (600.000 Euro) und „Stadtumbau Ost - Aufwertung“ (350.000) in die Altstadt; Details hierzu soll es bei der offiziellen Scheckübergabe am 8. Dezember geben. Auch an den Rändern tut sich was.

Aus dem Programm „Soziale Stadt“ sind Fördermittel in Höhe von insgesamt 850.000 Euro etwa für die Kita „Struppis Rappelkiste“ vorgesehen. Die Einrichtung in Trägerschaft des Kindertagesstättenwerks im früheren „Neubau“-Viertel an der Otto-Nuschke-Straße soll saniert werden, die Arbeiten betreffen laut Landesverwaltungsamt Fassade und Wärmedämmung, außerdem soll die Außentreppe des typischen zweigeschossigen DDR-Baus erneuert werden.

Pläne für Platz der Demokratie

Weitere Maßnahmen aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt“ betreffen die weitere Oberflächengestaltung des Platzes der Demokratie, wo die Stadt in diesem Jahr mit großem baulichen Aufwand bereits die Brunnenanlage - ganz früher ein Freibad - wieder zum fröhlichen Plätschern gebracht hat.

Die Pergolen müssten noch erneuert werden, hieß es seitens der städtischen Bauverwaltung bei einem Vor-Ort-Termin im Juli; dafür dürfte nun der Weg frei sein. Außerdem werde, ließ das Landesverwaltungsamt als Verteiler der Fördermittel weiter wissen, aus dem genannten Topf die Straße „An der Christuskirche“ ausgebaut und „begrünt“.

„Das kontinuierliche Arbeiten geht weiter“, hatte Wittenbergs Bürgermeister und Chef-Stadtentwickler Jochen Kirchner vor wenigen Wochen nach dem Ende des Refo-Trubels erklärt. Wie berichtet ist die Lutherstadt gerade dabei, sich neu zu erfinden.

Am vergangenen Donnerstag fand die erste Zukunftswerkstatt „2017+“ im Rahmen des bis 2019 neu zu erarbeitenden Integrierten Stadt-entwicklungskonzepts (Isek) statt, das die Grundzüge der Wittenberger Zukunft bis 2030 festlegen wird. Wenn, in Abwandlung eines alten Müntefering-Spruchs, Ideen ohne Geld „Mist“ sind, gilt das andersherum genauso. (mz)