Cranach-Preis 2015

Cranach-Preis 2015: Belkinas „Sünderin“ ist zu sehen

Berlin/Wittenberg - Für ihre Arbeit „Die Sünderin“ bekam Katerina Belkina 2015 den mit 6.000 Euro dotierten Internationalen Lucas-Cranach-Preis in Wittenberg. Die Verleihung am Abend des 18. April in der Exerzierhalle geriet zu einer amüsanten Angelegenheit, denn im entscheidenden Moment war die Künstlerin nicht ...

Von Corinna Nitz 24.01.2017, 08:24

Für ihre Arbeit „Die Sünderin“ bekam Katerina Belkina 2015 den mit 6.000 Euro dotierten Internationalen Lucas-Cranach-Preis in Wittenberg. Die Verleihung am Abend des 18. April in der Exerzierhalle geriet zu einer amüsanten Angelegenheit, denn im entscheidenden Moment war die Künstlerin nicht da.

Sie hatte sich kurzzeitig zurückgezogen, um ihr Baby zu versorgen - das für ihren Wettbewerbsbeitrag eine bedeutende Rolle spielte: Belkina hatte sich wie berichtet für diese Arbeit hochschwanger auf einer Fotografie in Szene gesetzt.

Zeitgemäße Fragestellungen

Jetzt ist „Die Sünderin“ in einer Personalausstellung in Berlin zu sehen. In der Schau „Katerina Belkina“ präsentiert das Direktorenhaus Museum für Kunst, Handwerk und Design zum ersten Mal das gesamte Werk der russischen Ausnahmekünstlerin.

Wie eine Sprecherin der Einrichtung weiter mitteilt, interpretiere die Künstlerin anhand von über 40 Werken in der ihr eigenen Mischung aus Fotografie und Malerei „die Formensprache der Neo-Renaissance neu und formuliere zeitgemäße Fragestellungen in inszenierten Selbstporträts“. In der Serie „Paint“ kombiniert sie malerische und fotografische Elemente und stellte Gemälde berühmter Maler nach.

So ist sie ehedem auch bei ihrer Arbeit für den Wettbewerb „Cranach 2.0“ vorgegangen: Im Hintergrund der hochschwangeren Belkina ist eine lästernde Meute aus einem Cranach-Gemälde zu sehen. Angekauft hatte dieses Werk 2015 die Stiftung Christliche Kunst Wittenberg, die den Wettbewerb 2014 mit der Cranachstadt Kronach, der Lutherstadt Wittenberg und der Cranach-Stiftung Wittenberg ausgelobt hatte.

Über 600 Künstlerinnen und Künstler hatten seinerzeit Werke von Cranach auf ihre Bedeutung für die Gegenwart befragt.

Zu sehen im Alten Rathaus

Zu sehen ist die Preisträgerarbeit seit dem Ankauf in den Räumen der Stiftung Christliche Kunst im Alten Rathaus der Lutherstadt. Nach Auskunft von Jutta Brinkmann vom Vorstand fertigt Belkina Exemplare ihrer Arbeiten in Kleinstauflagen und in unterschiedlichen Größen. Über Belkina sagt sie: „Den Namen sollte man sich merken. Sie ist sehr gefragt.“

Die Schau im Direktorenhaus-Museum in Berlin (Am Krögel 2) ist vom 3. bis 26. Februar zu sehen. Bei www.direktorenhaus.com sind Infos zum Nachlesen im Internet abrufbar. (mz)