Bildung

Bildung : Mehr Nähe zum Partner Wirtschaft

Wittenberg - Eine Nähe zwischen dem Piesteritzer Lucas-Cranach-Gymnasium und der SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH besteht schon seit langem. Patenschaftsvereinbarungen, erinnert Schulleiter Bernd Ludlei, existierten bereits in der DDR. Auch nach der Wende ist immer wieder kooperiert worden. Firmenbesuche im Rahmen des Chemieunterrichts werden gepflegt, Beratung bei der Berufswahl und Fortbildung von Lehrkräften sind Bestandteil der ...

Von Marcel Duclaud 08.02.2019, 17:05

Eine Nähe zwischen dem Piesteritzer Lucas-Cranach-Gymnasium und der SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH besteht schon seit langem. Patenschaftsvereinbarungen, erinnert Schulleiter Bernd Ludlei, existierten bereits in der DDR. Auch nach der Wende ist immer wieder kooperiert worden. Firmenbesuche im Rahmen des Chemieunterrichts werden gepflegt, Beratung bei der Berufswahl und Fortbildung von Lehrkräften sind Bestandteil der Zusammenarbeit.

Dass SKW Piesteritz das Gymnasium bei der technischen Ausstattung unterstützt, ist kein Geheimnis. Jetzt ist noch das Science Center futurea hinzugekommen, das erhebliche Potenziale birgt in Sachen Bildung. Fächerübergreifende Schulprogramme, die neben Hinweisen zur Weiterführung im Unterricht auch Hausaufgabenvorschläge enthalten, sind etwa entwickelt worden

Vor diesem Hintergrund wird die langjährige punktuelle Kooperation von Unternehmen und Schule nun schriftlich geregelt: „Wir brauchen Strukturen, nicht nur Luftblasen“, bemerkt Ludlei bei der Unterzeichnung einer Partnerschafts-Vereinbarung am Mittwoch im Science Center. Er spricht von zahlreichen Anknüpfungspunkten und vom Bestreben des Gymnasiums, Interesse an naturwissenschaftlichen Berufen zu wecken. Wichtig an der Vereinbarung ist ihm zudem die regelmäßige alljährliche Überprüfung dessen, was tatsächlich stattfand.

Unterschrieben hat auf der anderen Seite der Vorsitzende der Geschäftsführung von SKW Piesteritz, Rüdiger Geserick. Dass es dem Unternehmen nicht zuletzt um Nachwuchs geht, verschweigt er nicht: „Wir fangen ganz vorne an“, sagt der Firmenchef und fügt hinzu: „Verbunden sind wir schon lange, jetzt kommen wir uns noch näher.“ Das futurea Science Center nennt er eine „Brücke zwischen uns als Vertreter moderner Chemie und der Gesellschaft“. Und diese Brücke sei keine Einbahnstraße: „Unsere Themen engen nicht ein.“ Bestes Beispiel

sei die neue Veranstaltungsreihe „Kultur trifft Wissenschaft“, die im wesentlichen Schüler des Lucas-Cranach-Gymnasiums gestalten sollen. Das ist vertraglich fixiert. Das Gymnasium, heißt es da, unterstütze futurea bei Veranstaltungen verschiedenster Art. Etwa durch thematische Aufführungen der kleinen Theatergruppe, durch Schulband und Chor, durch „künstlerische Events“, szenische Lesungen und auch durch Vorstellungen der großen Theatergruppe. Zu lesen steht da ebenfalls: Das Gymnasium präsentiert sich in den Räumen des Science Centers und stellt sich als Partner vor.

Bei der Unterzeichnung der Kooperations-Vereinbarung war das schon mal der Fall. Die „Kleinen“ gaben eine Kostprobe ihres Könnens und führten das Stück „Wie sich die Vögel einen König wählten“ auf. Weitere Termine sind bereits vereinbart: Im März stellt sich die Schülerband vor, die Schreibwerkstatt im Juni.

Janina Dorn, die Leiterin des Wittenberger Wissenschaftszentrums, freut sich über die enge Kooperation mit „Cranachs“, betont aber ebenfalls: „Auch für alle anderen Schulen sind bei uns die Türen weit geöffnet.“ (mz)