Barrierefreies Festival in Ferropolis

Barrierefreies Festival in Ferropolis: Barrierefrei aufs Splash

Ferropolis/MZ - Über 20 000 Hip-Hop-Fans feiern an diesem Wochenende beim Splash! in Ferropolis. Für rund 40 von ihnen ist das nicht ganz selbstverständlich. Doch für die 16. Ausgabe haben die Veranstalter das Projekt „Barrierefreies Festival“ ins Leben gerufen. Ein gesonderter Camping-Platz und eine eigene Tribüne beispielsweise ermöglichen Menschen mit Behinderung ein unkompliziertes Wochenende in der Baggerstadt zu ...

Von Ute König 13.07.2013, 15:12

Über 20 000 Hip-Hop-Fans feiern an diesem Wochenende beim Splash! in Ferropolis. Für rund 40 von ihnen ist das nicht ganz selbstverständlich. Doch für die 16. Ausgabe haben die Veranstalter das Projekt „Barrierefreies Festival“ ins Leben gerufen. Ein gesonderter Camping-Platz und eine eigene Tribüne beispielsweise ermöglichen Menschen mit Behinderung ein unkompliziertes Wochenende in der Baggerstadt zu erleben.

Zu ihnen gehört auch Moritz Eczmann aus Ingolstadt (Bayern). „Das Projekt ist eine gute Sache“, sagt der 17-Jährige. Er sitzt im Rollstuhl, zelten auf dem normalen Platz könnte er. „Letztes Jahr waren wir erst dort, konnten dann aber hierher umziehen.“ Mit „hierher“ meint er den Camping-Platz direkt am Rande des Festival-Geländes, der für Besucher mit Handicap und ihre Begleitpersonen reserviert ist. In diesem Jahr konnte er dort gleich zu Beginn sein Zelt aufschlagen. Und das erleichtert ihm und seinen drei Freunden, die ihn begleiten alles. Betonierte Wege, die auch mit dem Rollstuhl befahrbar sind, eine Toilette für Rollstuhlfahrer und auch die Duschen sind behindertengerecht. Außerdem gibt es einen Stromanschluss, um beispielsweise elektrische Rollstühle aufzuladen, und Kühlmöglichkeiten für Medikamente. Doch nicht nur das Campen wird Festival-Besuchern mit Handicap erleichtert. Wenn die Musik auf der Bühne spielt, ermöglicht eine eigene Tribüne am Rande der Arena freie Sicht auf „Marteria“ oder „Die Orsons“, die Moritz Enczmann dieses Jahr auf keinen Fall verpassen wollte.

 „Wir haben beim Splash! schon von Beginn an, also als wir noch in Chemnitz waren, ein Augenmerk auf Barrierefreiheit und soziale Belange gelegt“, sagt Dirk Glowka vom Veranstaltungsteam. In den vergangenen Jahren besuchten immer häufiger Hip-Hop-Fans mit Handicap das Festival. Dass man sich um sie besonders gekümmert hat, sei immer selbstverständlich gewesen. „Auch die anderen Festival-Besucher waren immer sehr hilfsbereit“, so Glowka. Dieses Engagement macht man nun mit dem Projekt „Barrierefreies Festival“, das von Splash!, dem Integrationsunternehmen „CoWerk“ und weiteren Partnern ins Leben gerufen wurde, offiziell. Nicht zuletzt, um auch viele andere Festival-Veranstalter von der Idee zu überzeugen. Beim Splash! ist es bereits ein Erfolg. Neben vielen Einzelpersonen reisten auch Gruppen aus sozialen Einrichtungen aus ganz Deutschland in die Baggerstadt.

Auch für behinderte Menschen aus der Region setzt sich das Splash!-Festival ein. Beim Ticket-Verkaufsunternehmen „Tix for Gigs“ wurde das  Hip-Hop-Festival von den Kunden zur besten Veranstaltung des Jahres gekürt. Der Gewinn waren 500 Euro, den die Organisatoren für einen guten Zweck an eine Einrichtung ihrer Wahl weitergeben konnten. Diese Wahl fiel auf die Gräfenhainichener Zweigwerkstatt der Diakonie Wolfen. Dort werde das Geld in den Freizeitbereich investiert. Bei der Spendenübergabe war der Bitterfelder Werkstattleiter Heiko May positiv überrascht vom Projekt „Barrierefreies Festival“. „Da werden wir in Zukunft bestimmt auch einmal mit unseren Mitarbeiter herkommen“, so May.