Asylbewerber in Wittenberg bedroht

Asylbewerber in Wittenberg bedroht: 19-Jähriger als Axträuber ermittelt

Wittenberg - Wieder klickten in Wittenberg die Handschellen. Wie die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost in Dessau-Roßlau am Mittwoch mitteilte, konnte ein Tatverdächtiger verhaftet werden, dem zwei Übergriffe auf Asylbewerber in Wittenberg mit einer Axt vorgeworfen werden.

Von Alexander Baumbach und Anne Nicolay-Guckland 21.09.2016, 13:03

Wieder klickten in Wittenberg die Handschellen. Wie die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost in Dessau-Roßlau am Mittwoch mitteilte, konnte ein Tatverdächtiger verhaftet werden, dem zwei Übergriffe auf Asylbewerber in Wittenberg mit einer Axt vorgeworfen werden.

Gegen den Mann wurde Haftbefehl erlassen, er befindet sich auf dem Weg in eine Justizvollzugsanstalt.

Erster Angriff trifft Eritreer

Ende August soll er zusammen mit einem weiteren Tatverdächtigen, nach dem die Polizei derzeit noch fahndet, zwei Somalis vor einer Sparkassenfiliale im Wittenberger Nordosten bedroht haben. Eine weitere Anzeige, die nach der Veröffentlichung der Attacke am Platz der Demokratie erstattet wird, bezieht sich auf einen Angriff, dem ein 23-jähriger Mann aus Eritrea in der Straße der Befreiung zum Opfer fiel.

Einer der beiden Männer beleidigte den Mann mit ausländerfeindlichen Parolen. Anschließend holte eine Person eine Axt oder ein Beil aus seinem Rucksack heraus und bedrohte damit den 23-Jährigen. Mit diesem Werkzeug wurden auch die beiden Somalis vor der Sparkassenfiliale bedroht.

Die Personenbeschreibung der beiden Tatverdächtigen bei beiden Taten ähnelt sich stark. Sie sollen beide männlich und deutscher Herkunft sein. Außerdem seien sie zwischen 17 und  20 Jahren alt, etwa 1,65 bis 1,70 Meter groß und haben eine schlanke Gestalt. Im Falle des Angriffs auf die Somalis vor der Wittenberger Sparkassenfiliale konnte die Beschreibung der beiden Tatverdächtigen noch präsiziert werden.

Zweiter Angriff vor Sparkassenfiliale

Hier waren ein 34-jähriger und ein 27-jähriger am frühen Abend in der Sparkassenfiliale im Nordosten der Stadt, um Geld abzuheben. Die beiden Männer verließen die Bank am Platz der Demokratie und trafen auf zwei unbekannte Männer.

Einer der beiden Tatverdächtigen forderte mit einem Messer, von dem 34-Jährigen die Herausgabe von Bargeld, der dies jedoch verweigerte. Der zweite Tatverdächtige soll daraufhin ein Beil aus seinem Rucksack genommen haben. Durch beide Tatverdächtige wurden die beiden Somalis währenddessen ausländerfeindlich beleidigt und angespuckt. Dann unterbrachen Zeugen den versuchten schweren Raub. Sie wurden auf den Vorfall aufmerksam und konnten auf die Tatverdächtigen einreden, sodass sie den Tatort verließen.

Bei Festnahme Tomahawk gefunden

Umfangreiche Ermittlungen des Polizeilichen Staatsschutzes führten zur Identifizierung eines der beiden Tatverdächtigen. Der Mann, bei dem es sich um einen 19-jährigen Wittenberger handelt, war zuvor durch Zeugen wiedererkannt worden. Er ist bereits durch frühere Straftaten polizeilich in Erscheinung getreten.

Am Mittwochmorgen wurde der Mann in einer Wohnung in der Lutherstadt Wittenberg vorläufig festgenommen. Er ist dringend tatverdächtig, an beiden Taten am 23. August 2016 in Lutherstadt Wittenberg beteiligt gewesen zu sein.

Der Verdacht wird durch die Tatsache erhärtet, dass bei dem Tatverdächtigen eine auffällige Tomahawk-Axt aufgefunden und sichergestellt werden konnte, wie sie durch Zeugen beschrieben wurde. Die Axt gilt zudem als verbotener Gegenstand, weshalb ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz eingeleitet wurde. Darüber hinaus fanden die Beamten bei dem jungen Mann Utensilien mit Anhaftungen betäubungsmitteltypischer Substanz. Er muss sich nun auch wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau hat das zuständige Gericht Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen erlassen. Er wurde in eine Justizvollzuganstalt überführt.

Die Ermittlungen zur Identität des zweiten bislang unbekannten Tatverdächtigen laufen unterdessen weiter. Zeugen, die Hinweise zur Aufklärung der Straftaten bzw. zur Identität des zweiten Tatverdächtigen geben können, werden gebeten, sich bei der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost unter 0340 / 6000-291 oder per E-Mail an lfz.pd-ost@polizei.sachsen-anhalt.de zu melden. (mz)