Zehnkampf auf dem Kunsteis

Zehnkampf auf dem Kunsteis: Drei Profisportvereine treten gegeneinander an

Weißenfels - Drei Profisportvereine treten in Weißenfels gegeneinander an. Warum der MBC auf Kufen verzichtet.

Von Andrea Hamann-Richter 15.12.2017, 11:30

Musik dröhnt aus den Boxen, die Scheinwerfer beleuchten die Eisfläche in Weißenfels, auf der an diesem Mittwochabend ein erster Wettbewerb der besonderen Art ansteht. Die Saale-Bulls des Mitteldeutschen Eishockeyclubs (MEC) aus Halle, Mitglieder des Mitteldeutschen Basketball Club (MBC) und ein Team vom Unihockeyverein UHC Sparkasse, beide aus Weißenfels, treten auf der spiegelglatten Fläche um den Sieg im Zehnkampf an. Aufgerufen hat dazu Radio Brocken in Zusammenarbeit mit Claudia Zeidler, Chefin des E-Centers in Weißenfels. Heiko Frischleder, der die Eisfläche betreibt, ist ebenfalls dabei.

Die Teams sind hochmotiviert. „Wir haben uns das ganze Jahr darauf vorbereitet. Seit wir von diesem Wettkampf wissen, haben wir jeden Tag acht Stunden am Tag trainiert“, sagt Rolf Blanke, Geschäftsführer des UHC, mit einem verschmitzten Augenzwinkern. Mit Humor geht auch das Team der Saale-Bulls, Profi-Eishockeyspieler aus Halle, an die Sache. „Wir hatten gestern Weihnachtsfeier und natürlich sind wir daher topfit“, sagt der Präsident Daniel Mischner.

Slalom, Eisblockstemmen, Bügeleisencurling und Eisjenga

Schon mit Blick auf die Disziplinen ist schnell klar, dass es um den Spaß geht. Mit Slalom, Eisblockstemmen, und Körbewerfen auf dem Eis, Bügeleisencurling und Eisjenga sind nur fünf Beispiele genannt. Die Saale-Bulls zeigen schon beim Slalom, dass sie das Eis beherrschen. Rückwärts schießen sie um die Fahnen herum und erreichen schnell das Ziel. Robert Brückner vom UHC Sparkasse schlägt sich auch wacker und holt eine gute Zeit.

Als der MBC dran sein soll, ist zu sehen, dass sich die Profisportler keine Kufen unter die Füße geschnallt haben. Pressesprecherin Anna Blumtritt erklärt das. „Wir haben am Freitag ein Spiel. Da ist das Risiko, dass sich ein Sportler verletzt, einfach zu groß“, sagt sie. Kurzerhand tauschen Moderator und Sportler die Rollen und das geht auch.

Weißenfels für diese Eismeisterschaft ausgesucht

Heiko Frischleder schaut sich die Wettkämpfe von der Bande aus an. Er findet es großartig. „Ich freue mich, dass Weißenfels für diese Eismeisterschaft ausgesucht wurde“, sagt der Mann. Das findet nicht nur er gut. Beweis sind die vielen Menschen, die die Bande der 450 Quadratmeter großen Eisfläche säumen und die Teams anfeuern. Zu ihnen gehören Simone Starke und Matthias Grunwald. „Wir sind MBC-Fans“, sagt der Mann. Bei einem Glühwein wolle er nun diese Veranstaltung nicht verpassen, sagt der Weißenfelser mit Blick auf den Wettstreit. „Es ist mal etwas anderes“, fügt Simone Starke hinzu.

Schließlich zeigt es sich, dass die Meister auf dem Eis tatsächlich die Saale-Bulls sind. Sie holen den Sieg und sichern sich damit einen Einkaufsgutschein vom E-Center im Wert von 300 Euro. Zweiter wird der MBC und bekommt einen Einkaufsgutschein in Höhe von 200 Euro. Den dritten Platz belegen die Unihockeyspieler aus Weißenfels und sie dürfen für 100 Euro am Heuwegcenter, wo sich das E-Center befindet, einkaufen gehen.

Wettstreite fanden in ganz Sachsen-Anhalt statt

Manuela Krahl, Eventmanagerin bei Radio Brocken, erzählt, wie es dazu kam, dass Weißenfels für diese Eismeisterschaft ausgesucht wurde. Der Sender sei Medienpartner beim MBC, außerdem besteche die Eisbahn durch ihre schöne Dekoration. Da habe es nahe gelegen den Wettstreit in Weißenfels auszurichten, sagt sie. Er entstammt einem früheren Ausscheid, bei dem der sogenannte Vereinsmeier gesucht wurde. Zwei Teams aus einem Ort traten dabei gegeneinander an.

Diese Wettstreite fanden in ganz Sachsen-Anhalt statt. Die Eismeisterschaft ist sozusagen eine veränderte Neuauflage. Die Idee kam, weil es in den Jahren immer mehr Eisflächen gibt, so Manuela Krahl. Nach der Siegerehrung wurde die gesamte Eisfläche, die bis dahin zur Hälfte abgesperrt war, geöffnet und Beats dröhnten weiter aus den Lautsprechern. Denn der Sender hatte sich als Abschluss eine Eis-Disco ausgedacht, die gut angenommen wurde. (mz)