Wiederbelebung des ehemaligen Lichtspieltheaters

Wiederbelebung des ehemaligen Lichtspieltheaters: Keine Fördermittel für „Gloria“

Weissenfels - Doch nun muss die Stadt erst einmal einen Rückschlag verkraften.

Von Andreas Richter 17.04.2019, 05:00

Rückschlag für die Bemühungen um eine Wiederbelebung des ehemaligen Lichtspieltheaters „Gloria“: Die Stadt Weißenfels erhält keine Fördermittel für die Sanierung des Gebäudes über das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“. Wie die Stadt jetzt mitteilte, ist das Vorhaben auf einer veröffentlichten Projektliste nicht vertreten. Allerdings liege eine schriftliche Absage des Bundesumweltministeriums noch nicht vor.

Keine Fördermittel für „Gloria"

Möglicherweise ist Weißenfels diesmal durchgefallen, weil die Stadt aus dem selben Topf bereits Fördermittel in Höhe von 1,4 Millionen Euro für die statisch-konstruktive Sicherung des Südflügels von Schloss Neu-Augustusburg erhält. 2017 wurde das Barockschloss als eine von 24 bundesweiten Maßnahmen zur Förderung ausgewählt. Allerdings hatte sich Weißenfels gerade zum 100-jährigen Jubiläum der Kunstschule Bauhaus in diesem Jahr Hoffnungen auf Fördermittel für das im Bauhausstil errichtete „Gloria“ gemacht. Ende November vorigen Jahres hatte die Stadt Fördermittel aus dem Bundestopf beantragt.

„Wir hatten auf bis zu vier Millionen Euro gehofft“, sagte Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos). Das Geld für die notwendigen Eigenmittel aus dem Weißenfelser Haushalt liegt laut OB bereit. Die Stadt hatte nach dem Vergleich in einem Rechtsstreit um verunreinigtes Abwasser rund vier Millionen Euro erhalten. Eine Million Euro davon soll zweckgebunden für die Sanierung des „Gloria“ verwendet werden.

Stadt will Haus vor dem endgültigen Verfall bewahren

Trotz der Absage soll sich in dem markanten Gebäude, das die Stadt mittlerweile erworben hat, in diesem Jahr etwas tun. „Wir werden das Haus gründlich reinigen und vom Müll beräumen“, kündigte Risch an. Zudem plant die Kommune 150.000 Euro für die weitere statische Sicherung des Hauses ein. Dabei handelt es sich um Geld aus dem Förderprogramm „Stadtumbau Ost“. Darüber hinaus will sich die Stadt laut OB weiter um Fördergeld für das „Gloria“ aus anderen Töpfen bemühen.

Das 1928 erbaute ehemalige Lichtspieltheater in der Merseburger Straße steht seit mehr als zwanzig Jahren leer. Mit dem Kauf der Immobilie und der Suche nach Fördermittelquellen will die Stadt das Haus vor dem endgültigen Verfall bewahren. Unklar bleibt indes, wie das große Gebäude nach einer Sanierung überhaupt genutzt werden soll. In der Vergangenheit waren immer wieder die unterschiedlichsten Varianten diskutiert worden.

Vor drei Jahren hatte eine junge Weißenfelserin in einer Diplomarbeit die Idee von einer Stadtbibliothek im „Gloria“ ins Spiel gebracht. Mittlerweile ist diese Variante jedoch weitgehend verworfen. Die vagen Vorstellungen reichen derzeit von einer Indoor-Spiele- und Erlebniswelt bis zu einer Kultur- und Begegnungsstätte. Kritiker halten letzterer Variante jedoch entgegen, dass sich nur gut hundert Meter weiter das städtische Kulturhaus als Veranstaltungsort etabliert hat. (mz)