Weißenfelser Tafel an Ostern

Weißenfelser Tafel an Ostern: Starke und Schwache essen gemeinsam

Weissenfels - Deftigen Spinat mit Kartoffeln und Rührei gab es am Donnerstag in der Tafel in Weißenfels. Es waren nicht nur bedürftige Menschen zu diesem Mahl erschienen. Es kamen auch viele Mitglieder, die die soziale Einrichtung unterstützen. Gemeinsam wurde die Zeit ganz bewusst miteinander verbracht. Der Grund lag darin, dass Ostern vor der Tür steht. In jedem Jahr wird deshalb traditionell eingeladen. Die Aktion steht unter dem Motto: „Stark und schwach an einem ...

Von Andrea Hamann-Richter 25.03.2016, 16:41

Deftigen Spinat mit Kartoffeln und Rührei gab es am Donnerstag in der Tafel in Weißenfels. Es waren nicht nur bedürftige Menschen zu diesem Mahl erschienen. Es kamen auch viele Mitglieder, die die soziale Einrichtung unterstützen. Gemeinsam wurde die Zeit ganz bewusst miteinander verbracht. Der Grund lag darin, dass Ostern vor der Tür steht. In jedem Jahr wird deshalb traditionell eingeladen. Die Aktion steht unter dem Motto: „Stark und schwach an einem Tisch“.

Der evangelische Pfarrer Martin Schmelzer aus Weißenfels kam während einer kleinen Andacht auf die Bedeutung der Feiertage zu sprechen. „Ostern ist das Fest des Lebens und der Auferstehung“, sagte er. Jesus habe mit seinen Freunden am Tisch gesessen und Brot und Wein mit ihnen geteilt. Er zeigte ihnen damit, dass er bei ihnen ist. „Es braucht Menschen, die anderen etwas geben“, so Schmelzer weiter.

Ehemalige Bürgermeisterin unter den Engagierten

Das sei gerade jetzt wichtig. Es herrsche eine Zeit, in der der Terror die Menschen ängstigt. Es sei daher unbedingt nötig zu wissen, dass starke Menschen den schwachen Menschen helfen. Mit diesen Worten schaffte es Schmelzer, den Bogen zur aktuellen Lage nach den jüngsten Bombenanschlägen in Brüssel zu schlagen. Die Menschen, die die Anschläge verüben, seien verirrt und verblendet. Sie müssten aufhören, andere Kulturen zu bekriegen. „Jesus ist einen anderen Weg gegangen. Er ist gestorben, damit wir leben können“, so der Pfarrer weiter.

Einer von den „starken“ Menschen an diesem Tag war Christine Krössmann. Seit vielen Jahren hilft die ehemalige Bürgermeisterin von Dehlitz bei der Tafel mit. Seit vier Jahren ist sie offizielles Mitglied in der Initiative. Sie findet die zunehmende Verrohung der Menschen beunruhigend. Die schwachen Mitglieder in der Gesellschaft würden zunehmend diskriminiert. Sie will ihnen helfen und daher engagiere sie sich in der Tafel. „Die Wärme untereinander, die früher selbstverständlich war, gibt es heute ganz oft gar nicht mehr“, meinte Krössmann. Es müsse einfach dafür gekämpft werden, dass die sozialen Tugenden nicht verloren gehen.

Gisela Reichert aus Weißenfels war an diesem Tag eine der bedürftigen Besucher der Einrichtung. Sie genieße den Zusammenhalt, der in der Einrichtung herrsche, sagte die Frau, während sie sich das Essen schmecken ließ. Dabei komme es eigentlich gar nicht so konkret auf Veranstaltungen wie diese vor Ostern an. Es sei viel wichtiger, dass die Atmosphäre immer eine herzliche und eine wärmende sei, sagte die Frau. Und das sei hier gegeben. (mz)