Weißenfels

Weißenfels: Warum das Wasserspiel auf dem Markt weichen muss

Weißenfels - Der Brunnen auf dem Weißenfelser Markt wird noch in diesem Jahr umziehen. Er wird voraussichtlich im Spätsommer an seinen neuen Standort in der benachbarten Fischgasse versetzt. Darüber hat Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) am Mittwochabend beim Stammtisch mit Händlern und Gewerbetreibenden ...

Von Andreas Richter 03.06.2016, 04:00

Der Brunnen auf dem Weißenfelser Markt wird noch in diesem Jahr umziehen. Er wird voraussichtlich im Spätsommer an seinen neuen Standort in der benachbarten Fischgasse versetzt. Darüber hat Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) am Mittwochabend beim Stammtisch mit Händlern und Gewerbetreibenden informiert.

Allerdings wird nur das mittlere Teil des Wasserspiels ohne Becken an jene Stelle gebracht, an der sich früher der Seerosen-Brunnen in der Fischgasse befand. Wie Risch sagte, wird es dort keine Fontäne mehr geben. Das Wasser werde vielmehr über die Schalen laufen und sofort im Boden abfließen. Unterirdisch werde ein Auffangbecken installiert.

Eher beiläufig erwähnt

Obwohl der bevorstehende Umzug des Marktbrunnens bei der Premiere des Händlerstammtisches eher beiläufig erwähnt wurde, dürfte diese Maßnahme gleichsam Sinnbild für eine Nachricht sein, die der Verwaltungschef an diesem Abend vor allem überbringen wollte: Die Weißenfelser Innenstadt wird bis 2020 eine einzige große Baustelle sein. Größter Brocken wird die Neugestaltung der Marktoberfläche in den Jahren 2017/18, die insgesamt mehr als 3,5 Millionen Euro kosten wird. Deshalb auch muss der Brunnen vom zentralen Platz der Stadt weichen.

Gegenwärtig läuft bereits der erste Abschnitt des Großvorhabens: die Sanierung des Areals rund um die Marienkirche am Markt. Unklar ist gegenwärtig, was während der zweijährigen Bauzeit aus den Markttagen wird. „Diese Händlertage sollen auf jeden Fall erhalten  bleiben“, versicherte Risch, möglicherweise würden diese an das dann sanierte Gelände an der Marienkirche  verlegt.

Bauarbeiten in der Großen Kalandstraße

Während in diesen Wochen vor allem die Bauarbeiten in der Großen Kalandstraße erhebliche Erschwernisse für die anliegenden Händler und Gewerbetreibenden mit sich bringen, deutete Risch beim Stammtisch weitere Brennpunkte der nächsten Jahre an: Sanierung der Saalstraße, Verlegung neuer Abwasserkanäle rund um die Beuditzstraße, Sanierung der Deichstraße und des zweiten Abschnitts der Zeitzer Straße. Zu großen Teilen sollen die Baumaßnahmen über Fördermittel zur Beseitigung der Schäden des Hochwassers im Jahr 2013 finanziert werden.

„Wir werden an diesen Baustellen nicht vorbeikommen“, sagte Risch und warb vor rund 60 Händlern und Gewerbetreibenden im griechischen Restaurant „Georgios“ schon mal um Verständnis. Zugleich versicherte er, dass die Kommune alles tun werde, um die betroffenen Händler auf dem schwierigen Weg der nächsten Jahre zu begleiten. Als „Mittler zwischen den Welten“ bot Risch das dreiköpfige Biwaq-Team an, das  bis 2018 vom Bund bezahlt wird. Biwaq steht für „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ und ist ein Programm des Bundes, mit dem Aktivitäten zur Belebung der Innenstadt gefördert werden sollen.

Reichlich Gesprächsbedarf

Dass es reichlich Gesprächsbedarf geben dürfte, machte die Diskussion beim Stammtisch deutlich. So regte Uwe Brückner, Betreiber des Pubs im Geleitshaus in der Großen Burgstraße, an, den betroffenen Geschäftsleuten während der Bauzeit großzügigere Möglichkeiten für kostenlose Werbung in der Innenstadt einzuräumen. Risch meinte, dass die Stadt unter anderem Gutschein-Aktionen der Gewerbetreibenden unterstützen könne.

Rudolf Tischer, Inhaber eines Sport-Fachgeschäftes, meinte unter anderem, dass der Marktplatz trotz der Bauarbeiten als Informationspunkt für Weißenfelser und Gäste aufgewertet werden sollte. Worauf Roland Kähler, der neue Leiter des Weißenfelser Biwaq-Teams, darüber informierte, dass gegenüber dem Rathaus eine Stele installiert werden soll, an der man sich auch außerhalb der Öffnungszeiten der Touristinformation über die Stadt und ihre Angebote informieren kann. Des Weiteren sollen im Zentrum zusätzliche Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen werden. (mz)