Vandalismus an Parkautomaten

Weißenfels: Vandalismus an Parkautomaten kommt die Stadt teuer zu stehen

Weißenfels - Die 16 Parkautomaten in Weißenfels werden immer öfter Opfer von Vandalismus. Das kostet viel Geld. Ist bargeldloses Bezahlen eine Alternative?

Von Alexander Kempf 18.12.2017, 10:37

Es ist eine traurige Bilanz. Das Jahr ist noch gar nicht rum, doch die Weißenfelser Stadtverwaltung verzeichnet bereits neun beschädigte Parkautomaten. Sieben davon sogar so schwer, dass sie gänzlich ersetzt werden mussten, teilt Pressesprecherin Katharina Vokoun auf Anfrage mit. Die Zahl zeigt im Vergleich zum Vorjahr einen deutlichen Anstieg. Denn 2016 gab es nur zwei Beschädigungen, wobei ein Parkscheinautomat neu aufgestellt werden musste.

Vandalen an Parkautomaten bescheren der Stadt Weißenfels 48.000 Euro Schaden

Für die Stadt bedeutet das Einnahmeausfälle. Wie viel Geld Diebe durch das Aufbrechen der Automaten konkret erbeuten, gibt das Rathaus jedoch nicht preis. „Die Automaten werden täglich geleert, damit der Schaden so gering wie möglich gehalten wird“, antwortet Katharina Vokoun.

Der Schaden durch den Vandalismus sei ohnehin höher als die erbeuteten Summen aus den Automaten. So beliefen sich die Reparaturkosten allein in diesem Jahr auf 1.024 Euro. Hinzu kommen rund 47.600 Euro für die Anschaffung neuer Automaten.

Pro Maschine müsse laut Katharina Vokoun mit Kosten zwischen 6.500 Euro und 8.000 Euro gerechnet werden. Der Preis ist abhängig von der Ausstattung des Automaten. Zwar verfügt die Stadt über eine Versicherung, um sich vor Vandalismus zu schützen. Laut der Pressesprecherin gebe es aber eine Eigenbeteiligung. Mit jedem neuen Schaden sind also Kosten verbunden.

Vandalismus an Parkautomaten: Sind bargeldlose Parktickets eine Lösung?

Andere Städte experimentieren mit dem bargeldlosen Bezahlen von Parkscheinen. Naumburg etwa ist diesbezüglich ein Vorreiter in Sachsen-Anhalt gewesen. Dort kann man sein Ticket seit 2011 via SMS bezahlen. Bisher nutzen aber nur wenige Hundert Menschen diese Option pro Monat. Auf Nachfrage erklärte die Stadtsprecherin im Sommer, dass dies nur einem Anteil von maximal fünf Prozent entspreche.

Dabei bietet das bargeldlose Ticket mehrere Vorteile für die Parkenden. Sie können nicht nur auf Kleingeld verzichten, sondern ihr Parkticket auch von unterwegs verlängern. Für Weißenfels aber sind neue bargeldlose Bezahlmodelle via Smartphone bisher keine Option. „Nein, das ist nicht geplant“, heißt es dazu aus dem Rathaus.

Parkautomat in Weißenfels durch umgestürztes Gerüst zerstört

Nicht hinter jedem beschädigten Parkscheinautomat in der Statistik der Stadt verbirgt sich denn auch eine vorsätzliche Beschädigung durch Diebe. So ist etwa in diesem Jahr in der Großen Kalandstraße ein Automat durch ein umgestürztes Gerüst in Mitleidenschaft gezogen worden. Ersetzt ist der Schaden bis dato noch nicht. Ein neues Gerät sei aber schon bestellt, teilt Pressesprecherin Katharina Vokoun mit: „Da sich die Außenhülle des Automaten verzogen hat, kam hier eine Reparatur nicht mehr in Betracht.“

Offenbar sind aber nicht nur in Weißenfels neue Parkautomaten gefragt. Denn der Ersatz für die Große Kalandstraße lässt noch auf sich warten. „Momentan beträgt die Lieferzeit sechs bis zwölf Wochen, so dass noch kein Automat aufgestellt werden konnte“, erklärt die Rathaussprecherin. Kosten soll das neue Gerät insgesamt 7.700 Euro. (mz)