Weißenfels plant Kita-Bedarf für die Zukunft

Weißenfels plant Kita-Bedarf für die Zukunft: Im Norden wird es eng

Weißenfels - Die Stadt Weißenfels hat den Bedarf an Plätzen für die nächsten zehn Jahre geplant. Derweil gibt es rund um die Finanzierung noch viele Fragezeichen.

Von Andras Richter 23.01.2019, 06:00

In den folgenden Jahren ist nicht mit einer Schließung von Kindertagesstätten in Weißenfels und seinen Ortsteilen zu rechnen. Das geht aus einer aktuellen Bedarfsplanung der Stadt bis ins Jahr 2030 hervor. Die Fortschreibung des sogenannten Handlungskonzeptes für die Kitas soll auf der Sitzung des Stadtrates am Donnerstag, 24. Januar beraten und beschlossen werden.

„Niemand wird um seine Kita zittern müssen. Im Gegenteil, unser Schwerpunkt liegt zurzeit darin, allen Eltern einen Betreuungsplatz für ihr Kind anbieten zu können“, sagte Maik Trauer, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Stadt. Und konkret: „Im Norden, von Burgwerben bis Großkorbetha, gibt es derzeit keinen freien Kita-Platz.“

Kita-Bedarf in Weißenfels: „Mit einem Rückgang ist frühestens ab 2021 zu rechnen“

Die Stadt Weißenfels geht in ihrem aktuellen Konzept davon aus, dass die Zahl der Mädchen und Jungen im Kindergartenalter zunächst nicht wie in der Bevölkerungsprognose des Landes vorhergesagt sinkt, sondern angesichts der Geburtenzahlen der vergangenen Jahre eher leicht ansteigen wird.

„Mit einem Rückgang ist frühestens ab 2021 zu rechnen“, so Trauer. Das aktualisierte Konzept geht davon aus, dass bis 2030 im Vergleich zu diesem Jahr rund 350 Betreuungsplätze weniger in Kitas und Krippen notwendig sein werden, zwei Drittel davon in der Kernstadt, ein Drittel in den Ortsteilen.

Kita-Bedarf in Weißenfels: Derzeit gibt es 21 Kindertageseinrichtungen in kommunaler und freier Trägerschaft

Derzeit gibt es in Weißenfels 21 Kindertageseinrichtungen in kommunaler und freier Trägerschaft. Insgesamt gibt es rund 3.075 Betreuungsplätze in Krippe, Kita und Hort. Das entspricht einer Auslastung von mehr als 91 Prozent. Dass keine hundertprozentige Auslastung zu Buche steht, hat laut Trauer mit den zum Teil sehr hoch angesetzten Betriebserlaubnissen für Kindereinrichtungen zu tun. Diese theoretische Größe entspreche zum Teil nicht der Realität in den Kitas.

Um die langfristige Entwicklung fassen zu können, werden die Kitas in sogenannte Schwerpunkt- und Bedarfseinrichtungen eingestuft. So gehören in der Kernstadt unter anderem die Kita „Anne Frank“ in der Neustadt, das „Knirpsenland“ auf dem Kugelberg und die katholische Kita „St. Elisabeth“ im Zentrum zu den Schwerpunkteinrichtungen.

Konzept zur künftigen Finanzierung der Kinderbetreuung in Weißenfels

Keine Aussagen trifft das langfristig angelegte Konzept zur künftigen Finanzierung der Kinderbetreuung in der Kommune. Hier ist selbst für dieses Jahr noch viel offen. Wie die Stadt zum Jahresende 2018 mitteilte, werden sich auf Grundlage des neuen Kinderförderungsgesetzes (Kifög) die Einnahmen der Kommune durch höhere Zuweisungen von Land und Landkreis in diesem Jahr voraussichtlich um etwa 1,1 Millionen Euro erhöhen.

Dem stünden aber auch höhere Ausgaben gegenüber, beispielsweise für den verbesserten Personalschlüssel ab August 2019, für höhere Personalkosten aufgrund von Tarifsteigerungen sowie wegen gestiegener Betreuungszahlen in den Kindertagesstätten.

In diesem Jahr bleiben die Elternbeiträge für die Kita-Betreuung in Weißenfels stabil

Diese Aufwendungen werden nach Berechnungen der Stadt die zusätzlichen Einnahmen voraussichtlich aufwiegen. Noch nicht absehbar seien die Auswirkungen, die sich durch veränderte Regelungen bei der Essenversorgung in den Kitas ergeben, heißt es von der Stadt. Hier sei nicht auszuschließen, dass der Kommune zusätzliche Kosten entstehen.

Fest steht indes: In diesem Jahr bleiben die Elternbeiträge für die Kita-Betreuung stabil. Ende 2015 hatte der Stadtrat die derzeit gültigen nach Betreuungszeit gestaffelten Beiträge beschlossen. „Nach der Änderung des Kifög ist die Stadt angehalten, die Beiträge bis August 2019 neu zu kalkulieren“, so Stadtsprecherin Katharina Vokoun. In dem Zusammenhang müsse auch über eine mögliche Erhöhung entschieden werden. (mz)