Gebühren teilweise verdreifacht

Weißenfels: Familienfeste im Dorfhaus werden deutlich teurer

Weißenfels - Stadt Weißenfels zieht an der Preisschraube, um die Gaststätten vor Konkurrenz schützen.

Von Jan Iven 09.02.2018, 13:18

Die private Nutzung von Dorfgemeinschaftshäusern in den Weißenfelser Ortsteilen soll sehr viel teurer werden. Das sieht eine neue Richtlinie der Stadt Weißenfels vor, die derzeit in den Ortschaftsräten besprochen wird.

Demnach sollen die Gebühren teilweise verdreifacht werden. „Die Dorfgemeinschaftshäuser stehen in Konkurrenz zu den Gaststätten“, sagte der Weißenfelser Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) jüngst bei der Vorstellung den neuen Richtlinie im Uichteritzer Ortschaftsrat.

Weißenfels will Gastwirte von Dorfgemeinschaftshäusern schützen

Und daher sollen die Gastwirte durch die Anhebung der Gebühren geschützt werden. Denn die Nutzung der kommunalen Dorfgemeinschaftshäuser für private Familienfeiern sei in der Regel günstiger als Angebote der Kneipen, so die Argumentation der Verwaltung. Die Einnahmen der Stadt sollen demnach dadurch nicht erhöht werden.

So teuer wird das Feiern jetzt in Dorfgemeinschaftshäusern

Konkret steigen beispielsweise die Nutzungsgebühren für das Dorfgemeinschaftshaus Markwerben von derzeit 85 Euro auf zukünftig 220 Euro. Eine Familienfeier in Schkortleben kostet 110 Euro statt 35 Euro. Für das Waldbad in Leißling werden statt 100 Euro dann 200 Euro fällig. Insgesamt ist vorgesehen, die Gebühren fast überall in den Ortsteilen mindestens zu verdoppeln.

Weiteres Ziel ist es nach Angaben des Oberbürgermeisters, die Regelungen für die Nutzung der Objekte in der gesamten Kommune zu vereinheitlichen. Das betrifft etwa die Vermietung der Räume und der Abnahme nach den Veranstaltungen. Dafür soll es einheitliche Formulare geben.

„Kahlschlag bei den Bürgern“: In Ortsteilen regt sich Widerstand

In den Ortsteilen regt sich jedoch Widerstand gegen die Pläne. So kündigte der Uichteritzer Ortsbürgermeister Wolfgang Kurtze bereits an, dass er sich nun nicht mehr um die Vermietung kümmern möchte. Denn bald sollen nicht mehr nur Bürger aus den jeweiligen Ortsteilen die Räume nutzen können, sondern aus dem gesamten Stadtgebiet.

„Auf meine Leute kann ich mich verlassen. Bei anderen möchte ich aber nicht hinterherräumen“, sagte Kurtze. So hatte er in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit Nutzern aus Halle gemacht, die sich unter falschem Namen angemeldet hatten. Die Erhöhung der Gebühren lehnt er ab: „Es gab keine Renovierung, die einen Preisanstieg rechtfertigt“, so Kurtze.

Auch Ortsbürgermeister Siegmar König kritisierte die Anhebung für Borau von 50 Euro auf 125 Euro: „Es soll doch schon die Förderungen der Ortsteile und Vereine halbiert werden. Und nun steigen noch die Kosten für die Bürger.“ Ortsbürgermeister Horst Ziegler hat in Langendorf zwar kein Gemeinschaftshaus, ärgert sich aber dennoch über die Pläne. „Das ist mal wieder ein Kahlschlag bei den Bürgern, obwohl der Bund riesige Überschüsse erwirtschaftet“, sagte er.

Der Stadtrat soll im Juni über die neue Richtlinie für die Gemeinschaftshäuser entscheiden. (mz)