Leichenfund im Kellergewölbe

Weißenfels : Der Tote ist der gesuchte 50-Jährige

Weissenfels - Die Identität der in Weißenfels gefundenen Leiche wurde geklärt

Von Heike Riedel

Die Großfahndung nach einem vermissten Mann am Wochenende hat ein trauriges Ende gefunden. Die Polizei hat bestätigt, dass der Tote, der am zeitigen Sonntagnachmittag gefunden wurde, der gesuchte 50-jährige Weißenfelser ist. Nach den ersten Untersuchungen gibt es keinen Verdacht auf Fremdeinwirkung.

Suizidgefahr war bekannt

Die genaue Todesursache wird noch ermittelt, aber es könne von einem Suizid ausgegangen werden, hieß es am Montag.
Der Mann hatte am Freitag gegen 17.30 Uhr seine Wohnung in Weißenfels-West ohne Gepäck, Papiere und Medikamente verlassen und war nicht zurückgekehrt. Nach einer angstvollen Nacht hat ihn seine Frau am Sonnabend früh als vermisst gemeldet. Weil er in Behandlung war und Suizidgefahr von Anfang an im Raum stand, hat die Polizei sofort eine aufwendige Suche eingeleitet. Zunächst ausgeführt von 20 Polizisten. Zu Fuß und mit zwei Hubschraubern sowie der im Saalekreis stationierten Rettungshundestaffel wurde die Fahndung begonnen. Auch eine Motorradstaffel aus Halle kam zum Einsatz.

Feuerwehr und Hunde

Später unterstützten weitere Spezialhunde der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft die Suchaktion und es kamen Hunde vom DRK-Naumburg, des Technischen Hilfswerkes (THW) Gera sowie des Arbeitersamariterbundes Ostthüringen hinzu. Insgesamt 15 für ganz spezielle Suchaufgaben ausgebildete Tiere durchstreiften mit den Hundeführern die Gegend um die Wohnung und Gebiete, in die man sich zurückziehen und Verstecke finden kann. 27 Helfer von den freiwilligen Feuerwehren von Borau und Weißenfels kamen hinzu, weil sie mit ihren Ortskenntnissen den Freiwilligen aus anderen Gegenden wertvolle Hinweise für die Suche geben konnten.

Eine unerträgliche Zeit

Doch weder an der Bahnstrecke, noch auf den Bahnhöfen, nicht am Saaleufer oder in einem der abgelegenen Parks und Wäldchen oder in alten Gemäuern wurden die Hunde fündig. Einige Zeit waren die Zugstrecken sowohl Richtung Erfurt als auch Richtung Zeitz gesperrt und der Zugverkehr eingestellt.
Um 23 Uhr wurde am Sonnabend die Suche eingestellt. Menschen und Tiere waren erschöpft. Doch zurück blieb die Ungewissheit, was mit dem Mann, der Frau und Kind hat, geschehen ist. „Eine unerträgliche Zeit für die Familie“, sagte Tobias Keindorff von der Hundestaffel des DRK-Naumburg. „Ihr Schicksal hat uns sehr bewegt“, sprach er aus, was wohl für alle Freiwilligen gilt, die die Suche unterstützten. „Lebt der Mann noch, dann zählt jede Stunde, jede Minute“, war ihm klar. Und wenn nicht, dann sei es auch wichtig, der Familie Klarheit zu bringen, sagt Keindorff.

Tod am Sonnabendmorgen

Deswegen setzten er und andere Freiwillige aus Naumburg sowie des THW Gera am nächsten Morgen die Suche fort. Den Gesprächen mit den Angehörigen hatte sie neue Anregungen entnommen. Mittlerweile war auch bekannt geworden, dass der Gesuchte eine Taschenlampe mitgenommen hatte. Zudem soll er sich in Weißenfelser Ruinen auskennen, hieß es am Sonntag.
Daraufhin nahmen sich die Hundeführer mit ihren Tieren den Poetenweg noch einmal vor und dehnten den Radius der Suche aus, der zuvor bis zur Kreuzung Naumburger/Kleine Deichstraße gereicht hatte. Eine Spur führte zu einem Eingang in die ehemaligen Eiskeller der Weißenfelser Brauerei. Und tief drinnen schlug der sogenannte Trümmerhund des THW Gera an. Dort lag eine leblose Person. Der herbeigerufene Notarzt musste feststellen, dass sie tot war. Und das wahrscheinlich schon seit Sonnabendmorgen. Die Weißenfelser Feuerwehr, Staatsanwaltschaft und Polizei traten nun in Aktion, um das Gewölbe auszuleuchten, die Fundsituation zu dokumentieren und den Toten zu bergen. „Wir haben die Gewissheit, getan zu haben, was uns möglich war“, dies war der einzige tröstliche Gedanke, den Tobias Keindorff am Ende fand.
 (mz)