Weil die Sanierung zu kostenintensiv wird

Weil die Sanierung zu kostenintensiv wird: Frauenhaus Weißenfels bekommt neue Bleibe

Weissenfels - Nun will der Kreis ein neues Objekt in Weißenfels erwerben.

Von Alexander Kempf 18.05.2019, 07:00

Eine halbe Million Euro will der Burgenlandkreis investieren, um Frauen und Kinder in Weißenfels besser vor Gewalt zu schützen. Für die sechsstellige Summe soll in der Saalestadt ein Grundstück angekauft und das darauf befindliche Objekt für eine Nutzung als Frauenhaus ertüchtigt werden. Im jüngsten Gesundheits- und Sozialausschuss des Kreistags haben sich die Mitglieder schon einstimmig für den Vorschlag von Landrat Götz Ulrich (CDU) ausgesprochen.

Alte Zufluchtsort des Frauenhaus ist stark sanierungsbedürftig

Dem Frauenhausverein Weißenfels steht also ein Umzug bevor. Bisher ist das Weißenfelser Frauenhaus in einer rund hundert Jahre alten Villa untergebracht, die stark sanierungsbedürftig ist. Dort fehlt es nicht nur an einer Dämmung, auch die Elektrik in dem Gebäude bereitet Probleme, berichtet Leiterin Birgit Peterz. Sie zeigt sich zufrieden mit der Entscheidung des Gesundheits- und Sozialausschusses. Auch weil der neue Standort über einen besseren Brandschutz verfüge und barrierefrei zu erreichen sei.

Im neuen Objekt wäre der Frauenhausverein Weißenfels erneut nur Mieter. Er finanziert den Zufluchtsort für Frauen, die vor Gewalt fliehen, mit Zuschüssen von Land, Landkreis und Gemeinden. Aber auch Spenden, Bußgelder sowie Nutzungsgebühren sichern den Fortbestand der Einrichtung. Die komplizierte Finanzierung ist aus Sicht der Leiterin eine große Ungerechtigkeit. „Das sollte eine Pflichtaufgabe sein“, kritisiert Birgit Peterz. Es sei ein Unding, dass Frauen, die sich gezwungen sehen ihre vertraute Umgebung zu verlassen, dafür auch noch Geld bezahlen müssen.

Stadt Weißenfels unterstützt Frauenhaus

Viele Ertüchtigungen in dem bisherigen Frauenhaus in Weißenfels habe der Verein in der Vergangenheit selbst gestemmt, berichtet die Leiterin. Aber auch die Stadt habe den Verein gut unterstützt. Weißenfels ist Eigentümer der in die Jahre gekommenen Villa. Eine Sanierung dieser hätte laut einer Kostenschätzung vor zweieinhalb Jahren offenbar eine siebenstellige Summe verschlungen und sei daher auch verworfen worden, berichtet Birgit Peterz.

Trotz aller Defizite in der Villa wird der Umzug in das neue Objekt des Landkreises wohl noch eine Weile auf sich wartenlassen. Die Leiterin schätzt, dass der Umzug erst in anderthalb bis zwei Jahren erfolgen kann. Schließlich müsse der Landkreis zunächst den Kaufvertrag und dann auch noch die Sanierung abschließen.

Zwei Frauenhäuser im Burgenlandkreis

Die Einrichtung in Weißenfels ist eines von zwei Frauenhäusern im Burgenlandkreis. Und die sieben Zimmer werden traurigerweise auch immer wieder benötigt, berichtet die Leiterin. Allein in diesem Jahr hätten schon 20 Frauen Zuflucht in der Villa gesucht. „Wir mussten sogar schon unser Notzimmer aufmachen“, sagt Peterz. Im Vorjahr suchten 32 Frauen Schutz. (mz)