Wegen Geschmiere auf Verkehrszeichen

Wegen Geschmiere auf Verkehrszeichen: Weißenfels schmiedet Plan gegen den Vandalismus

Weißenfels - Nun will sich die Stadt besser schützen und hofft auch auf mehr Nachhaltigkeit.

Von Alexander Kempf 14.06.2019, 07:00

Es vergeht kaum ein Tag an dem Mike Arning, der Sachgebietsleiter Straßenverkehrsbehörde, nicht eine neue Schmiererei oder einen Aufkleber auf einem Verkehrszeichen in Weißenfels entdeckt. Am Mittwoch weist er seine Kollegen auf einen besonders unschönen Sticker auf einem Straßenschild hin. „Das müsstet ihr mal austauschen“, sagt Mike Arning in den Telefonhörer, „da ist ein Hakenkreuz mit drauf.

Vandalismus auf Verkehrsschildern kostet Stadt viel Geld

Mal sind es politische Parolen, noch viel öfter aber Logos und Namen von Fußballvereinen, die Unbekannte leichtfertig auf Verkehrszeichen kleben. In der Regel muss dann das gesamte Schild ausgewechselt werden. Denn die Verkehrszeichen sind so beschichtet, dass sie Licht reflektieren. Beim Entfernen der Aufkleber aber werden die bedruckten Spezialfolien oft beschädigt und das ganze Verkehrszeichen muss ausgewechselt werden. So verlangt es die Straßenverkehrsordnung. „Das kostet einen Haufen Geld“, stellt Mike Arning fest.

Rund 30 Euro kostet ein neues Verkehrszeichen die Stadt. Rechnet man zu den reinen Materialkosten noch 60 Euro Arbeitszeit für das Auswechseln sowie anfallende Fahrtkosten hinzu, dann kommen schnell 100 Euro pro beklebten und beschmierten Verkehrszeichen zusammen. „Mir wird das zu viel“, sagt der der Sachgebietsleiter Straßenverkehrsbehörde. Denn in den vergangenen Jahren hätten die Probleme mit zugeklebten Verkehrszeichen stark zugenommen. Insbesondere an den Verkehrsinseln scheinen Menschen quasi im Vorbeigehen immer wieder Sticker anzubringen.

Weißenfels schmiedet Plan gegen Vanadalismus auf Verkehrsschildern

Falls diese auf frischer Tat erwischt werden, drohe ihnen eine Anzeige. „Das ist Sachbeschädigung“, stellt Mike Arning klar. Doch etliche Anzeigen gegen Unbekannt zu stellen, das erachtet er als wenig zielführend. „Das läuft ins Leere“, mutmaßt er und hat deswegen einen anderen Plan. In den nächsten Wochen will er 70 Schilder mit einem speziellen Schutzschild anschaffen.

Diese sind doppelt so teuer, wie herkömmliche Schilder, verfügen aber über eine Schutzfolie dank der beschmierte und beklebte Verkehrszeichen anschließend mit einer Flüssigkeit gereinigt werden können. Und zwar so, dass die darunter liegenden Schichten keinen Schaden nehmen und weiter Licht reflektieren. Etwa 4700 Euro soll die Investition kosten, von der sich der der Sachgebietsleiter Straßenverkehrsbehörde nicht zuletzt mehr Nachhaltigkeit verspricht.

Verkehrszeichen mit Schutzschild könnten ab Juli 

Derzeit werden die ausgetauschten Verkehrszeichen nämlich entsorgt. Zwar erhält die Stadt für das Aluminium noch etwas Geld. Trotzdem sieht Mike Arning den hohen Verschleiß kritisch. „Eine Wegwerfgesellschaft finde ich nicht gut.“ Die neuen Verkehrszeichen mit Schutzschild könnten ab Juli erstmals zum Einsatz kommen. Vornehmlich wohl in Leipziger, Merseburger oder Zeitzer Straße. Denn die zugeklebten Verkehrszeichen sind hauptsächlich ein Problem in der Kernstadt, berichtet Mike Arning. „In den Ortschaften ist das nicht so gravierend“, gesteht er.

Der Sachgebietsleiter Straßenverkehrsbehörde hofft dank der neuen Schilder Aufkleber schneller entfernen zu können und denen, die sie aufbringen, so vielleicht die Lust zu rauben. So dass die Zahl der Sticker nachlässt. Immerhin mussten in dem Sachgebiet für neue Verkehrszeichen in der Kernstadt im vergangenen Jahr rund 20.000 Euro ausgegeben werden. Es ist Geld, das an anderer Stelle fehlt. Etwa um neue Geländer anzubringen. (mz)