Wahlplakate in der Kritik

Wahlplakate in Weißenfels in der Kritik: „Vier Jahre hört und sieht man von dem nichts“

Weißenfels - Mit seiner Kritik an den Wahlplakaten in Weißenfels hat Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) für reichlich Irritationen bei den Bundestagskandidaten verschiedener Parteien gesorgt.

Von Alexander Kempf 19.09.2017, 09:00

Mit seiner Kritik an den Wahlplakaten in Weißenfels hat Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) für reichlich Irritationen bei den Bundestagskandidaten verschiedener Parteien gesorgt. Im Internet aber erfährt das Weißenfelser Stadtoberhaupt für sein Statement viel Rückendeckung.

Zwei Drittel der Teilnehmer einer Online-Umfrage der Mitteldeutschen Zeitung haben der Aussage des Oberbürgermeisters zugestimmt, dass Wahlplakate das Stadtbild in Weißenfels „verschandeln“. Sie teilen damit die Sichtweise von Robby Risch. An der Befragung haben insgesamt mehr als 200 Nutzer teilgenommen. Für ein Viertel der Befragten verschandelt Wahlwerbung das Stadtbild nicht. Ein Zehntel der Teilnehmer war unentschlossen und wollte sich nicht klar positionieren.

Omnipräsente Wahlwerbung der unterschiedlichen Kandidaten

Dass sich an der omnipräsenten Wahlwerbung der unterschiedlichen Kandidaten die Geister scheiden, zeigen auch die zahlreichen Kommentare bei Facebook. „Ja total nervig!“, schreibt etwa Christian Brestrich. Egal welche Partei, man komme im Vorbeifahren sowieso nicht dazu das zu erfassen, kritisiert er. „Das verschandelt das Stadtbild ungemein.“

Andere wie Christian Lehmann-Raschdor wundern sich über die Aussage des Oberbürgermeisters. „Es ist aber bedingt sinnfrei etwas zu „verteufeln“, das von der eigenen Verwaltung genehmigt wurde“, schreibt er. Viele wünschen sich offenbar weniger Wahlwerbung. „Wahlplakate sind zwar wichtig, aber muss man echt die ganze Stadt zupflastern?“, fragt Anton Berger. Das Zeug verwittere und Fetzen würden durch die Gegend fliegen. „Teilweise sieht man heute noch an einigen Orten die Kabelbinder von der letzten Wahl“, beklagt er.

Kritik an Politikern: „Vier Jahre hört und sieht man von dem nichts“

Andere kritisieren, dass Politiker nur vor der Wahl auf Plakaten zu sehen sind, sich aber sonst rar machen. Das wirft etwa Uwe Weber dem CDU-Abgeordneten Dieter Stier vor. „Vier Jahre hört und sieht man von dem nichts, vor einer Wahl traut man sich nicht mal eine Fischbüchse auf zu machen, vor Angst dass Dieter Stier rausguckt“, schreibt er und erhält viel Zustimmung.

Stadtgespräch sind die Wahlplakate in jedem Fall. (mz)