Volkshochschule Burgenlandkreis

Volkshochschule Burgenlandkreis: Die Leiterin als Seiteneinsteigerin

Zeitz/Weißenfels - Sie bezeichnet sich als Mensch kreativer Lösungen auf kurzen Wegen, um ans gemeinsame Ziel zu gelangen. Manuela Andrich sieht sich auch deshalb an der richtigen Stelle - seit April leitet die 44-jährige Mutter von zwei Kindern die Volkshochschule im ...

Von Bärbel Schmuck 22.12.2015, 09:23

Sie bezeichnet sich als Mensch kreativer Lösungen auf kurzen Wegen, um ans gemeinsame Ziel zu gelangen. Manuela Andrich sieht sich auch deshalb an der richtigen Stelle - seit April leitet die 44-jährige Mutter von zwei Kindern die Volkshochschule im Burgenlandkreis.

„Für mich als Seiteneinsteigerin schließt sich beruflich der Kreis“, sagt die in Nordhausen geborene Philologin. Bevor die Thüringerin von 2009 bis März dieses Jahres als Migrationsbeauftragte der Stadt Gera gearbeitet hat, unterrichtete die Sprachexpertin für Deutsch und Französisch in Einrichtungen privater Bildungsträger und später an der Volkshochschule in Düsseldorf. „Ich weiß, wie Strukturen in einer Verwaltung funktionieren, aber ich bin vor allem ein Basis-Mensch“, sagt Manuela Andrich, die Deutsch für Ausländer sowie Romanistik und Slawistik im In- und Ausland studiert hat. Es sei dennoch eine gute Schule gewesen, bei der Stadt Gera Verwaltung zu erleben. Deshalb kenne sie sich aus mit Gesetzlichkeiten, Strukturen und Hierarchien. Das könne sie in der Kreisverwaltung Burgenlandkreis bestens anwenden.

Ihre Kollegen hätten sie gut aufgenommen im Amt für Bildung, Kultur und Sport. „Dazu rechne ich natürlich auch die drei Geschäftsstellen unserer Volkshochschule“, sagt Manuela Andrich, die seit 2011 mit Mann und Kindern in Naumburg lebt. Sie schätze die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen in Naumburg, Zeitz und Weißenfels. „Für mich ist es wichtig, dass es diese drei Anlaufstellen mit Kursangeboten gibt. So haben Teilnehmer kurze Wege“, hebt Manuela Andrich hervor. In jedem dieser drei Team-Bereiche sei es spannend und individuell.

„Es gibt keine Wertigkeit, alle Geschäftsstellen sind für mich gleichberechtigt“, unterstreicht die Leiterin. Sie wolle die gesamte Schule kooperativ führen. Deutschkurse für Flüchtlinge und deren Kinder voranzubringen, sieht sie als große gemeinsame Aufgabe in den drei Städten. Das Ehrenamt dabei zu unterstützen, liege ihr am Herzen, betont Manuela Andrich, die zu Zeiten als Migrationsbeauftragte in Gera einen Förderkreis für Flüchtlinge ins Leben gerufen habe. Auch durch ihre frühere Mitarbeit im Beirat für Integration in Thüringen kenne sie mittlerweile Erfolgsgeschichten geflüchteter junger Frauen. „Einige studieren, zum Beispiel Zahnmedizin“, nennt die Volkshochschulchefin ein Beispiel.

Was ihr zu schaffen mache, sei jene Ohnmacht, schwer traumatisierten Kriegsflüchtlingen nicht wirklich helfen zu können. „Ich hatte mit Menschen zu tun, die Zeugen von Gewalttaten und auch Morden geworden sind und sich nach solchen schrecklichen Erlebnissen auf die Flucht ins Ungewisse begeben haben“, berichtet Manuela Andrich. Das habe sie sehr berührt. „Ich bin keine Traumatherapeutin und auch keine Psychologin. Ich habe aber den betroffenen Frauen und Männern zugehört und immer versucht, sie zu trösten“, sagt sie. (mz)

Die Volkshochschule im Internet: www.vhs-burgenlandkreis.de