Viele Erstklässler in Weißenfels

Viele Erstklässler in Weißenfels: Grundschulen stoßen an Kapazitätsgrenzen

Weißenfels - In Weißenfels ist die Zahl der neuen Erstklässler hoch. Einige Grundschulen stoßen deshalb bereits an ihre Kapazitätsgrenzen.

Von Fabian Wölfling 09.08.2017, 06:27

Noch laufen die letzten Vorbereitungen. „Wir wollen das Schulgebäude und die Klassenzimmer dekorieren“, sagt Jürgen Lotsch, Schulleiter der Grundschule Tagewerben am Dienstag. „Dazu kommen vor allem organisatorische Dinge. Der Schuljahresarbeitsplan muss festgelegt, die Terminplanung gemacht werden.“

Lotsch, Anfang August vom kommissarischen zum festen Schulleiter berufen, ist optimistisch, dass diese letzten Aufgaben bis zum Schulstart am Donnerstag erledigt werden. „Ich bin guten Mutes“, sagt er.

Bauarbeiten um das Schulgebäude in Tagewerben

Auch die Bauarbeiten um das Schulgebäude nimmt der 38-Jährige gelassen hin. Momentan wird im Schulhof eine neue Auffahrt für Rettungsfahrzeuge gebaut, zudem werden Teile des Schmutzwasserkanals erneuert. Die Arbeiten sind Teil des Umbaus der Grundschule. Künftig sollen hier auch die Mädchen und Jungen aus den bisherigen Kindertagesstätten in Tagewerben und Reichardtswerben einziehen. „In den Pausen können die Schüler die Fläche auf der Straßenseite nutzen, sie kommen also trotzdem raus“, sagt Lotsch.

22 Schüler kann der Schulleiter im anstehenden Schuljahr neu in der Grundschule begrüßen, am Samstag werden sie mit einer Einschulungsfeier offiziell in die Schullaufbahn eingeführt. „Damit sind wir fast an der Kapazitätsgrenze. 24 Schüler können wir maximal aufnehmen“, sagt Lotsch. In Tagewerben wird einzügig unterrichtet, es gibt jeweils eine Klasse von der ersten bis zur vierten Jahrgangsstufe. „Insgesamt unterrichten wir 84 Schüler“, sagt er. Fünf Lehrer und eine pädagogische Mitarbeiterin, die an drei Tagen im Haus ist, sind für die Schüler zuständig. „Damit sind wir gut versorgt“, so Lotsch.

Nachfrage in den letzten drei Jahren stark angestiegen

Obwohl die Nachfrage in den letzten drei Jahren stark angestiegen sei, habe auch in diesem Schuljahr jeder Interessent einen Platz bekommen. „Es gab Zeiten, da hatten wir nur sechs Kinder zur Einschulung“, sagt Lotsch. „Das ist vorbei. Jetzt sind es immer um die 20 Kinder.“ Sie kämen vor allem aus Tagewerben selbst, aber auch aus der Kernstadt Weißenfels.

Am Donnerstag beginnt auch in den weiterführenden Schulen des Burgenlandkreises wieder der Unterricht. Im Schuljahr 2017/18 werden fast 8.000 Schüler diese Schulen besuchen. Wie der Landkreis mitteilt, werden die zwölf staatlichen Sekundarschulen von voraussichtlich 3.675 Schülern besucht. Die fünf Gymnasien in Trägerschaft des Kreises von 3.580 Schülern und die Förderschulen von 620 Schülern. Die Schülerzahlen der Schulen in freier Trägerschaft werden vom Kreis nicht erfasst. (fab)

Konstant hohe Einschulungszahlen sind nicht nur in Tagewerben zu beobachten. In den acht kommunalen Grundschulen der Stadt Weißenfels werden im kommenden Jahr 1 256 Schüler unterrichtet, das sind 30 mehr als im vergangenen Jahr. „315 Schüler werden neu eingeschult“, sagt Katharina Vokoun, Pressesprecherin der Stadt. Der Trend dürfte sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Denn in den vergangenen fünf Jahren lag die Zahl der Geburten in Weißenfels zum Teil jeweils deutlich über der Bevölkerungsprognose des Landes. Bis 2030 sollen die Schülerzahlen daher mindestens konstant bleiben.

Zahl der Schulanfänger hat Auswirkungen auf die Platzvergabe

Die hohe Zahl der Schulanfänger hat Auswirkungen auf die Platzvergabe. „Alle Kinder haben in ihren Einzugsbereichen einen Schulplatz bekommen“, sagt Vokoun zwar. Allerdings seien die Kinder nur in Einzelfällen auch an Wunschgrundschulen untergekommen. Besonders schwierig ist die Lage an der Albert-Einstein-Grundschule. „Dort geraten wir an Kapazitätsgrenzen. Da der Einzugsbereich hier schon recht groß ist, können kaum Kinder aus anderen Einzugsbereichen aufgenommen werden.“

Inwieweit genügend Lehrer für die neuen ersten Klassen bereit stehen, bleibt zum Schulstart offen. „Erst Ende August wissen wir die tatsächlichen Schülerzahlen und das Lehrkräfteverzeichnis“, sagt Silke Stadtör, Pressesprecherin des Landesschulamts Sachsen-Anhalt. Vorher werde es keine Aussagen über die Unterrichtsversorgung geben. (mz)