Tourismus in Weißenfels

Tourismus in Weißenfels: Die Residenzstadt im Blick

Weißenfels - Die Auslastung der Betten in den Hotels und Pensionen in Weißenfels lag im vergangenen Jahr zwischen Januar und September bei rund 42 Prozent. Das geht aus einer Statistik hervor, die am Donnerstagabend auf der Mitgliederversammlung des Fremdenverkehrsvereins Weißenfelser Land vorgestellt wurde. Damit liegt Weißenfels über dem Durchschnitt in der Region. So waren die Hotelbetten im Burgenlandkreis im genannten Zeitraum zu 33 Prozent ausgelastet, in Hohenmölsen waren es gut zehn ...

Von Andreas Richter 20.03.2016, 08:00

Die Auslastung der Betten in den Hotels und Pensionen in Weißenfels lag im vergangenen Jahr zwischen Januar und September bei rund 42 Prozent. Das geht aus einer Statistik hervor, die am Donnerstagabend auf der Mitgliederversammlung des Fremdenverkehrsvereins Weißenfelser Land vorgestellt wurde. Damit liegt Weißenfels über dem Durchschnitt in der Region. So waren die Hotelbetten im Burgenlandkreis im genannten Zeitraum zu 33 Prozent ausgelastet, in Hohenmölsen waren es gut zehn Prozent.

Bernd Steudtner, Vorstandsvorsitzender des Vereins, zog in seinem Jahresbericht eine durchwachsene Bilanz. So sei es gelungen, die Touristinformation, die vor wenigen Tagen vom Weißenfelser Rathaus in die benachbarte Mohrenapotheke umgezogen ist, personell zu stabilisieren. Eine erhöhte Aufmerksamkeit für die touristischen Angebote sei auch dadurch erreicht worden, dass die Einrichtung die Aufgaben als MZ-Servicepunkt mit übernommen hat. Laut Statistik wurden im vergangenen Jahr in der Touristinformation rund 28.000 Besucher empfangen.

Schlechte Nachrichten

Zu den eher schlechten Nachrichten des vergangenen Jahres gehört das Aus für die Stadtinformation in Hohenmölsen. Im Oktober wurde die Außenstelle aus Kostengründen geschlossen. Die verbliebene Mitarbeiterin wurde in der Weißenfelser Hauptstelle eingesetzt. „Wir hoffen weiter, dass wir gemeinsam mit der Stadt eine Lösung finden, die Einrichtung wieder zu öffnen“, sagte Steudtner auf der Mitgliederversammlung.

In diesem Jahr will der Verein sein 25-jähriges Bestehen mit einer Radtour im Herbst begehen. Neben der Mitwirkung an traditionellen Höhepunkten wie dem Bauernmarkt im Mai, dem Schlossfest Ende August und der Höfischen Weihnacht will der Verein seine Arbeit weiter inhaltlich profilieren. Ein Schwerpunkt: das sogenannte Cluster Residenzstädte im Verein Saale-Unstrut-Tourismus. Gemeinsam mit Merseburg und Zeitz will Weißenfels die Tradition der Sekundogenitur-Herzogtümer noch stärker in den Mittelpunkt stellen. „Das Thema Residenzstädte ist erstmals eine reale Chance, dass Weißenfels sein Potential im Rahmen des Saale-Unstrut-Tourismus einbringen kann“, schätzte Vereinsmitglied Tobias Liebert ein.

Neues Museumskonzept

Der promovierte Kommunikationswissenschaftler begleitet seit vielen Jahren die Entwicklung des Tourismus im Weißenfelser Land. Das neue Museumskonzept der Stadt Weißenfels ist nach seiner Auffassung eine gute Grundlage, um das Profil in diese Richtung weiter zu schärfen. So sei im kommenden Jahr im Museum auf Schloss Neu-Augustusburg eine Sonderausstellung zum Thema „Herzog Christian und die Reformation“ geplant.
Angesichts der Überlegungen Lieberts plädierte der Vorsitzende für Realitätssinn. „Wir können solche Projekte nicht selbst inhaltlich füllen“, sagte Steudtner, nachdem er bereits in seinem Jahresbericht Denkanstöße zum Selbstverständnis des Fremdenverkehrsvereins gegeben hatte. „Wir können kein Marketing betreiben, wir sind Dienstleister, eine Plattform für andere Vereine“, sagte er. Worauf Liebert entgegnete: „Der Verein sollte schon ein entscheidender Impulsgeber für den Tourismus in der Region sein.“ (mz)