Tönnies-Fleischwerk

Tönnies-Fleischwerk Weißenfels: Viehlaster sollen auch nachts rollen

Weißenfels - Nach Auffassung des Weißenfelser Stadtrates soll die Anlieferung von Schlachtvieh für das Tönnies-Fleischwerk künftig auch in den Nachtstunden in begrenztem Umfang genehmigt werden. 25 Stadträte stimmten während der jüngsten Sitzung dafür, vier waren ...

Von andreas richter 19.10.2016, 05:00

Nach Auffassung des Weißenfelser Stadtrates soll die Anlieferung von Schlachtvieh für das Tönnies-Fleischwerk künftig auch in den Nachtstunden in begrenztem Umfang genehmigt werden. 25 Stadträte stimmten während der jüngsten Sitzung dafür, vier waren dagegen.

Das Weißenfelser Fleischwerk hat beim Land beantragt, dass zwischen 23 und 4 Uhr künftig maximal fünf Schweinetransporter, dabei höchstens zwei pro Stunde, erlaubt werden. Bislang gilt in dem genannten Zeitraum eine Anliefersperre. Das Argument des Fleischwerkes: Die Anlieferung von Schlachtvieh ist in diesen Stunden nicht geplant, für den Fall, dass dennoch Transporte in der Nacht ankommen, sollen diese aber in einer Entladehalle abgestellt werden dürfen, um somit eine zusätzliche Geruchsbelastung für das Umfeld zu vermeiden.

„Das ist die Vorstufe zu einer Rund-um-die-Uhr-Belieferung des Schlachthofes“

Während die große Mehrheit der Stadträte der Argumentation des Schlachthofes folgen konnte, meldete vor allem Wolfgang Gotthelf (Fraktion Bündnis für Gerechtigkeit/Grüne) Bedenken an. „Das ist die Vorstufe zu einer Rund-um-die-Uhr-Belieferung des Schlachthofes“, sagte Gotthelf. Nach seiner Auffassung ist die Entladehalle zudem nicht für einen bis zu fünf Stunden währenden Aufenthalt von Transportern mit lebendem Vieh geeignet. Gotthelf kündigte an, sich in der Sache an die Stabsstelle Tierschutz des Landes Sachsen-Anhalt zu wenden. Clemens Wanzke (Fraktion Bürger für Weißenfels/Landgemeinden) erinnerte daran, dass das Fleischwerk 2008 die Schlachtgenehmigung ausdrücklich mit der Auflage einer Anliefersperre in den Nachtstunden erhalten hatte. „Es macht schon misstrauisch, dass die Sperre nun aufgehoben werden soll“, sagte Wanzke.

Ein Gutachten geht davon aus, dass die vorgeschriebenen Grenzwerte für die Lärmbelastung im umliegenden Wohngebiet trotz der pro Nacht maximal fünf zusätzlichen Anlieferungen eingehalten werden. Die Schlachtkapazität des Fleischwerkes liegt bei bis zu 20.000 Schweinen pro Tag. (mz)