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Auch Hund und Katze gefährdet

Staupe beim Hund: Jäger warnt vor Verbreitung von gefährlichem Virus in Weißenfels

Weißenfels - Jäger und Tierärzte hatten es befürchtet. In Weißenfels häufen sich die Fälle von mit Krankheiten infizierten Wildtieren.

Von Alexander Kempf 12.09.2018, 07:14

Am Weißenfelser Klemmberg sollen noch in dieser Woche Hinweise für Tierhalter angebracht werden, die eigenen Vierbeiner anzuleinen. Hintergrund ist die Viruserkrankung Staupe, die in diesem Jahr im Stadtgebiet schon mehrfach aufgetreten ist. Der Stadtjäger Armin Deubel spricht von „massiven Erkrankungen“.

Allein im August hat er mehrere Waschbären aufgrund der ausgebrochenen Viruserkrankung erlösen müssen. Die Gefahr, dass die Krankheit auch auf Katzen oder Hunde übertragbar ist, sollte nicht unterschätzt werden, warnt der Stadtjäger.

Staupe-Virus in Weißenfels: Virus vom Fuchs auf Waschbär übertragen

Offizielle Zahlen, wie viele Tiere infolge ein Staupe-Erkrankung in Weißenfels gestorben sind oder getötet werden mussten, liegen Armin Deubel nicht vor. Auffällig sei aber, dass bei den Waschbären im vergangenen Jahr keine Erkrankung festgestellt wurde, während es in diesem Jahr schon mehrere Fälle gibt.

Der Stadtjäger geht davon aus, dass das Virus vom Fuchs auf den Waschbären übergegangen ist. Denn im Vorjahr starb bereits mindestens ein Fuchs an Staupe. Da sich die Waschbären in der Vergangenheit auch in Weißenfels stark ausgebreitet haben, wird der Kontakt mit anderen Tieren wahrscheinlicher.

Staupe-Virus in Weißenfels: Waschbären finden hier ideale Bedingungen, um sich auszubreiten

In der Roßbacher Straße etwa haben Anwohner mit einer Wildtierkamera bis zu sieben Waschbären beobachtet, berichtet der Stadtjäger. Sie hatten sich zuvor gefragt, von wem über Nacht ihre Mülltonnen durchwühlt werden. Aufgrund von leerstehenden Grundstücken und Gartenanlagen findet der Waschbär vielerorts in Weißenfels ideale Bedingungen, um sich weiter auszubreiten, erklärt Armin Deubel.

Staupe-Virus in Weißenfels: Was Tierhalter jetzt wissen sollten

Tierhalter sollten aufgrund der sich ausbreitenden Viruserkrankung ihre Tiere gegen Staupe und Tollwut impfen sowie den Kontakt zu Wildtieren meiden. Schon ein Schnüffeln sei nicht ungefährlich. „Man kann eine Ansteckung nur verhindern, wenn man auch weiß, wo das eigene Tier ist“, sagt der Stadtjäger. Vorbeugen sei in jedem Fall günstiger als eine kostspielige Behandlung des Tieres im Nachhinein.

Auch Schulkinder sollen über Gefahren aufgeklärt werden

Doch nicht nur mit den öffentlich angebrachten Hinweisen will der Stadtjäger auf die Gefahren hinweisen. Er leistet auch regelmäßig Aufklärungsarbeit in Weißenfelser Schulklassen. Dort sensibilisiert er Jungen und Mädchen dafür, erkrankte Tiere nicht anzufassen, sondern sie zu melden. Mit Erfolg, wie er selbst berichtet. So habe es in diesem Jahr auch schon Hinweise gegeben, wo erkrankte oder tote Tiere liegen. „Da ist etwas hängen geblieben“, sagt Armin Deubel zufrieden.

Schon beim Schlossfest in Weißenfels waren Hundehalter aufgrund des Virus’ angehalten, die Vierbeiner nicht mit zur Veranstaltung zu bringen. (mz)