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Statistik: Warum immer weniger in Weißenfels ins Museum gehen.

Weissenfels - Die beiden bekanntesten Museen der Stadt Weißenfels haben mit einem deutlichen Besucherschwund zu kämpfen.

Von Andreas Richter 10.02.2017, 06:50

Die beiden bekanntesten Museen der Stadt Weißenfels haben mit einem deutlichen Besucherschwund zu kämpfen. Das geht aus der jetzt veröffentlichten Statistik für das Jahr 2016 hervor. Danach kamen im vergangenen Jahr rund 12.000 Besucher in das städtische Museum auf Schloss Neu-Augustusburg.

Besucherschwund in Weißenfelser Museen

Im Jahr davor waren es noch etwa 14.300 Gäste, die die Dauerausstellungen zur Schuhgeschichte und zur Historie des Herzogtums Sachsen-Weißenfels sowie Sonderausstellungen sehen wollten. Im Heinrich-Schütz-Haus ist ein ähnlicher Trend zu verzeichnen: Wurden in der Gedenkstätte in der Nikolaistraße 2015 noch mehr als 5.300 Besucher registriert, so waren es im vergangenen Jahr noch rund 4.450.

Bei der Suche nach Gründen für den Besucherrückgang kann Kulturamtsleiter Robert Brückner nur vermuten: „Wir hatten im Schlossmuseum weniger Sonderausstellungen und personelle Probleme bei der Absicherung der museumspädagogischen Angebote.“ Dass sich die Erhöhung der Eintrittspreise negativ auf die Besucherzahlen ausgewirkt hat, glaubt er nicht.

Im März vergangenen Jahres war der Preis für einen Erwachsenen von bis dahin 2,50 Euro auf fünf Euro angehoben worden. Am jeweils letzten Mittwoch des Monats wird allerdings ein kostenfreier Eintritt gewährt. An diesen Tagen, so Brückner, sei im vergangenen Jahr jedoch keine auffällig größere Besucherresonanz zu verzeichnen gewesen.

Den rund 20-prozentigen Rückgang der Besucherzahlen im Heinrich-Schütz-Haus bewertete dessen Direktorin Henrike Rucker aus zweierlei Blickwinkeln. Laut einer Erhebung des Instituts für Museumsforschung gehöre das Heinrich-Schütz-Haus zu den 57 Prozent der kulturhistorischen Spezialmuseen in Deutschland mit einer jährlichen Besucherzahl von unter 5.000, ordnete sie die Zahlen auf der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses ein. Einen Grund für den Rückgang bei den Gästezahlen sieht sie darin, dass im Haus zwei Stellen für die Museumspädagogik weggefallen sind. Während 2015 noch rund 900 Schüler ins Schütz-Haus kamen, waren es 2016 nur noch 439.

Nicht nur Besucher bleiben dem Museum zunehmend fern - auch Veranstaltungen werden weniger

Zurückgegangen ist auch die Zahl der Veranstaltungen - von 32 im Jahr 2015 auf 26 im letzten Jahr. „Wir müssen unser Haus bekannter machen. Die Zahlen sind ein Argument dafür“, sagte die Chefin des Hauses, dessen Trägerschaft die Stadt im letzten Jahr vom Musikverein „Heinrich Schütz“ übernommen hatte. Bis zum Sommer dieses Jahres soll ein Marketingkonzept auf dem Tisch liegen, dessen Erarbeitung maßgeblich von einem neu gegründeten Kuratorium auf den Weg gebracht wird.

Auffällig in der Statistik: Die Besucherzahlen sind im Januar und Februar besonders niedrig. Was Stadtrat Jörg Riemer (CDU/FDP-Fraktion) zur Frage veranlasste, ob die Stadt schon einmal über eine Schließung der Einrichtungen in diesen Monaten nachgedacht habe. Mehr Schließtage im Museum? Das gebe zumindest neuen Stoff für Diskussionen, meinte Kulturamtsleiter Brückner. Schüler des Musikgymnasiums Weimar gastieren am Samstag, 11. Februar, 17 Uhr im Schütz-Haus.

(mz)