Stadtratssitzung in Weißenfels

Stadtratssitzung in Weißenfels: Abwasser-Debatte geht in neue Runde

Weißenfels - Die Diskussion um das Gutachten zu den Herstellungskostenbeiträgen für Abwasseranlagen (HKB) ist auf der jüngsten Sitzung des Weißenfelser Stadtrates fortgesetzt worden. Nachdem das Papier des Instituts für Wasserwirtschaft Halbach im Verwaltungsrat der Weißenfelser Abwasseranstalt vorgestellt wurde (die MZ berichtete), stand es nun für alle Stadträte zur ...

Von Andreas Richter

Die Diskussion um das Gutachten zu den Herstellungskostenbeiträgen für Abwasseranlagen (HKB) ist auf der jüngsten Sitzung des Weißenfelser Stadtrates fortgesetzt worden. Nachdem das Papier des Instituts für Wasserwirtschaft Halbach im Verwaltungsrat der Weißenfelser Abwasseranstalt vorgestellt wurde (die MZ berichtete), stand es nun für alle Stadträte zur Diskussion.

Nach den öffentlichen Debatten der vergangenen Tage wollte Andreas Dittmann, Vorstand der Abwasseranstalt, zu Beginn der Stadtratssitzung klarstellen: „Das Gutachten wurde in Auftrag gegeben, um eine neutrale Bewertung dafür zu erhalten, inwieweit im Weißenfelser Klärwerk ein möglicher Vorteil für eine bestimmte Nutzergruppe besteht und dieser für die Berechnung der Herstellungskostenbeiträge zu berücksichtigen ist.“ Es handele sich nicht um ein Gutachten zur Höhe der Abwasserbeiträge. Vielmehr baue das Papier auf den Werten des eigenen Kalkulators der Abwasseranstalt auf.

Was allerdings nichts daran ändert, dass die Berechnungen im Gutachten unterm Strich zu einem Abwasserbeitrag von 2,38 Euro pro Quadratmeter gelangen. Zudem bekräftigte Gutachter Uwe Halbach im Stadtrat, dass höhere Beiträge für die industrielle Abwasserbehandlung sachlich nicht gerechtfertigt wären. Er verwies unter anderem darauf, dass die Weißenfelser Kläranlage ausschließlich über Anlagenteile verfüge, die für die Behandlung häuslichen Abwassers typisch seien. Das reiche auch aus, weil die Qualität des industriellen Abwassers in Weißenfels aufgrund der Investitionen in die Vorklärung mittlerweile die Qualität kommunalen Abwassers erreicht habe.

In der Diskussion sagte Vorstand Dittmann auf Anfrage, dass derzeit keine weitere Erhöhung der Kapazität des Weißenfelser Klärwerkes über die derzeit geplanten 125?000 Einwohnergleichwerte hinaus geplant sei. Die Debatte um die teils umstrittenen Zahlen des Gutachtens wird indes weitergehen. Am 5. Mai ist ein Runder Tisch geplant, bei dem auch Fragen der Bürgerinitiative zu klären sein werden.