Stadtmarketing in Weißenfels

Stadtmarketing in Weißenfels: Tourismusvereine wollen sich zusammenschließen

Weißenfels - Fremdenverkehrs- und Stadtmarketingverein bereiten in Weißenfels den Zusammenschluss vor.

Von Andreas Richter 03.11.2017, 08:56

Die Diskussion um ein effektiveres Stadtmarketing in Weißenfels hat neue Fahrt aufgenommen. Wie beide Seiten jetzt bestätigten, wollen der Fremdenverkehrsverein „Weißenfelser Land“ und der Stadtmarketingverein den Weg für einen Zusammenschluss bereiten.

Wie aus einem der MZ vorliegenden Papier hervorgeht, ist den Mitgliedern in einer gemeinsamen Sitzung der Vorstände beider Vereine vorgeschlagen worden, „die Kräfte und Aktivitäten beider Vereine zukünftig zu bündeln, um Synergien für die positive Entwicklung in und für die Stadt voranzubringen.“ Der konkrete Weg „zu einer effizienteren Nutzung des ehrenamtlichen Engagements beider Vereine“ soll nun in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Stadt vorbereitet werden.

Stadtmarketingverein Weißenfels: Wir müssen weg von den doppelten Strukturen

„Wir müssen weg von den doppelten Strukturen. Wir wollen den Prozess jetzt ernsthaft in Gang bringen“, sagte Elke Simon-Kuch, Unternehmerin und Vorsitzende des Stadtmarketingvereins. Dabei sei es entscheidend, die Mitglieder beider Vereine auf dem Weg mitzunehmen. Als realistischen Zeitpunkt für eine Fusion nannte die Weißenfelser Geschäftsfrau den 1. Januar 2019.

Bernd Steudtner, Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins, bestätigte die geplante Annäherung der beiden Vereine. Auch er lege großen Wert auf die Einbeziehung der ehrenamtlichen Mitglieder, sagte er. Was den Zeitpunkt eines Zusammengehens betrifft, gab sich Steudtner allerdings deutlich zurückhaltender.

Geballte Kraft für Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung und Tourismus in Weißenfels

Bereits seit Jahren wird in Weißenfels darüber diskutiert, die Kräfte, die sich um Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung und Tourismus kümmern, zu bündeln. Befeuert wurde die Diskussion dadurch, dass die beiden Städte Hohenmölsen und Lützen den Fremdenverkehrsverein als Mitglieder verlassen haben und bessere Vermarktungschancen im Verein Saale-Unstrut-Tourismus sehen.

Die Annäherung der beiden Vereine ist auch ganz im Sinne des Weißenfelser Oberbürgermeisters Robby Risch (parteilos). „Es kann kein Weiter so geben“, sagte er gegenüber der MZ. Im Gegensatz zu vergangenen Jahren hat Weißenfels diesmal den alljährlichen Zuschuss in Höhe von 15.000 Euro aus dem kommunalen Haushalt noch nicht genehmigt. Klar sei, dass die Stadt Weißenfels die Beiträge der bisherigen Mitgliedsstädte nicht übernehmen wird, so Risch.

Fusion in Weißenfels zum 1. Januar 2019?

Wenn den beiden Vereinen tatsächlich eine Fusion zum 1. Januar 2019 gelingt, dann würde dieser Termin mit einem anderen Stichtag zusammenfallen. Noch bis Ende 2018 läuft in Weißenfels ein Projekt zur Belebung der Innenstadt, das über das Bundesprogramm „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ (Biwaq) unterstützt wird. Ein aus dem Fördertopf finanziertes vierköpfiges Team kümmert sich derzeit speziell um die Weißenfelser Innenstadt mit ihren zahlreichen Baustellen.

„Wir werden uns um eine Verlängerung von Biwaq bemühen“, blickte Risch schon mal voraus. Ob das gelingt, sei jedoch völlig offen. Umso erstrebenswerter seien bis dahin wirkungsvollere Strukturen des Stadtmarketings. Dabei denkt man in der Stadt allerdings nicht schlechthin an eine Verschmelzung von Stadtmarketing- und Fremdenverkehrsverein. Bereits im Mai dieses Jahres hatte Roland Kähler, Wirtschaftsförderer bei der Kommune, die Gründung einer Stadtmarketing GmbH ins Gespräch gebracht. (mz)