Stadthalle braucht mehr Licht

Stadthalle braucht mehr Licht: Spielstätte des MBC ist zu dunkel

Weißenfels - Eigenbetrieb wird fast eine halbe Millionen Euro investieren. Spielstätte des MBC ist zu dunkel für hochauflösende Fernsehübertragungen.

Von Birger Zentner 13.06.2017, 07:00

Bei den letzten Spielen des Mitteldeutschen Basketball Clubs (MBC) Anfang Mai gegen Gotha ist zuletzt gemessen worden. Da war ausreichend Licht in der Weißenfelser Stadthalle. Aber da war es auch heller Nachmittag. Neben der Hallenbeleuchtung fiel jede Menge Licht von außen aufs Parkett.

Aber gespielt wird auch im Herbst und Winter und dann reicht die Deckenbeleuchtung für Fernsehübertragungen mit hochauflösenden Bildern nicht mehr aus. Deshalb hat die easyCredit Basketball Bundesliga (BBL) für die kommende Saison einen neuen Standard aufgestellt.

„Wir brauchen mindestens 1.400 Lux , haben aber nur knapp 900“

„Wir brauche mindestens 1.400 Lux , haben aber nur knapp 900“, sagt MBC-Teammanager Martin Geissler. Erfülle man den Standard nicht, drohe eine Strafzahlung von 30.000 Euro. Die würde man sich gern sparen, wird aber wohl nicht drumherum kommen. Denn mehr Licht in die Halle wird wohl erst im nächsten Jahr kommen.

„Wir legen jetzt unseren Wirtschaftsplan vor“, erklärt die Leiterin des städtischen Sport- und Freizeitbetriebes Viola Schikorr. Kommt der unbeschadet durch den Betriebsausschuss und den Stadtrat, müssen Fördermittel beantragt werden, um die Beleuchtung in der Halle auszutauschen. 370.000 Euro soll das Projekt „Mehr Licht“ kosten.

Schikorr hofft auf eine 40-prozentige Förderung

Das kann der Eigenbetrieb so einfach nicht aufbringen. Schikorr hofft auf eine 40-prozentige Förderung. Ein früherer Versuch war zwar schon einmal gescheitert, aber laut der Betriebsleiterin gibt es jetzt ein Förderprogramm für Klimaschutzinvestitionen. Den Antrag habe man beim Bundesumweltministerium eingereicht. Jetzt müsse man auf einen Bescheid warten. Ein vorzeitiger Baubeginn ist laut Schikorr nicht möglich. Das würden die Förderrichtlinien so festlegen. Daher wird der MBC in der kommenden Spielzeit noch nicht oder nur sehr spät vom neuen Licht profitieren können.

Allerdings ist es nicht allein der Basketball, der dazu treibt, die Hallenbeleuchtung zu erneuern. „Für die derzeit installierte Anlage gibt es keine Leuchtmittel mehr“, sagt Schikorr. Die Reserven seien verbraucht. Mann müsse ohnehin auf LED-Beleuchtung umrüsten. Da sollen dann sogar eine Lichtausbeute von bis zu 2.000 Lux möglich sein, erklärt die Betriebsleiterin.

100.000 Kilowattstunden pro Jahr sparen

Nebeneffekt wäre, dass man trotz mehr Helligkeit nach derzeitigen Berechnungen 100.000 Kilowattstunden pro Jahr sparen könnten. Legt man einen Strompreis von 27 Cent pro Kilowattstunde zugrunde, wären das 27.000 pro Jahr. Und Energieeinsparung ist ja ein Klimaschutzbeitrag, weshalb die Betriebsleiterin auf Aufnahme in das Bundesprogramm setzt.

Der Plan ist, die derzeit vorhandenen 150 Hallentiefstrahler gegen 124 mit LED-Leuchtmitteln auszutauschen. Damit könne man die Helligkeit in der Halle außerdem dem jeweiligen Bedarf anpassen. „Es geht dabei nicht nur um den Basketball“, sagt Schikorr. In der Vergangenheit habe es mehrfach andere Veranstaltungen gegeben, bei denen Fernsehsender dabei war und beklagt worden sei, dass es nicht hell genug ist.

Standards der BBL liegen seit drei Jahren vor

Auch deshalb ist es nicht neu, dass mehr Licht gebraucht wird. „Die Standards der BBL liegen im übrigen auch seit drei Jahren vor“, sagt Teammanager Geissler. Ab der kommenden Saison sollen sie gelten und nach dem Aufstieg damit auch für den hiesigen Basketballklub. Beim MBC hat man nun die Hoffnung, sich mit der Liga einigen zu können. „Ich hoffe, dass die Sanktionen nicht oder nicht so hoch ausfallen“, sagt Beiratsvorsitzender Jörg Hexel. Schließlich sei die Absicht, die Beleuchtung auszuwechseln, ja erkennbar.

Dass das nicht früher geschehen ist, hat seinen Grund im sparsamen Umgang mit Geld. „Wir haben noch die Leuchtmittel, die wir da hatten, verbraucht“, sagt Betriebsleiterin Viola Schikorr. Früher wollte man die Investition nicht angehen.

Neben dem Licht wird auch Vip-Raumzur Baustelle

Neben dem Licht wird aber auch der sogenannte Vip-Raum in der Stadthalle zur Baustelle. Der MBC beklagt schon langem, dass es für die Vip-Gäste - vor allem die Sponsorenvertreter - sehr eng zugeht. Das soll nun durch eine Erweiterung bis an die Sitzplatztribüne geändert werden. 100 000 Euro werden laut Schikorr dafür veranschlagt, so dass die Gesamtinvestition in die Halle knapp eine halben Millionen Euro betragen wird. Eingesetzt werden soll sie in den kommenden anderthalb bis zwei Jahren, wie Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) bei einer Veranstaltung des MBC in der Vorwoche in Aussicht stellte.

Auch mit dieser Erweiterung will der Eigenbetrieb als Betreiber der Mehrzweckhalle zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Das Angebot für die Vip-Gäste würde sich vergrößern. „aber der Raum wird ja auch als Sport- und Gymnastikraum genutzt“, sagt Schikorr. Dafür werde ebenfalls mehr Platz benötigt. Darüber hinaus würde sich die Situation für den sogenannten Backstage-Bereiche bei Bühnenveranstaltungen deutlich verbessern, erklärt die Betriebsleiterin. (mz)