Stadtentwicklung Weißenfels

Stadtentwicklung Weißenfels: Welche Zukunft hat das Schloss?

Weissenfels - Parkdeck statt Kaufmarkt, Altstadtsanierung: Was Teilnehmer bei einem Rundgang in Weißenfels erfahren.

Von Andrea Hamann-Richter 16.05.2017, 12:00

Anstelle des jetzigen Einkaufsmarktes an der Promenade könnte künftig ein Parkdeck entstehen. Darüber hat der Weißenfelser Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) während eines Rundgangs anlässlich des Tages der Städtebauförderung informiert. Die Vision könne jedoch erst dann Wirklichkeit werden, wenn in der Stadt ein alternativer Standort für einen Lebensmittelhändler gefunden worden ist.

Knapp hundert Bürger hatten das Angebot der Stadt Weißenfels zu einem Spaziergang der anderen Art genutzt. Am neu gestalteten Verkehrsknotenpunkt an der Leipziger Straße verwies Risch auf einen Schnittpunkt. Er zeigte, wo die Sanierung aufgehört hatte und blickte gleichzeitig voraus. 2019 soll die Klosterstraße bis hin zur Leipziger Straße saniert werden, dann werden alte Fußwege und Straßen an die bereits neu entstandenen angeglichen.

OB Robby Risch spricht die Parkplatzsituation an

„Wenn der Markt fertig ist, haben wir den Flickenteppich weg“, sagte Risch. Dabei sprach er ein großes Lob an die Weißenfelser aus, die mit den derzeitig vielen Umleitungen durch die Bauarbeiten sehr gut umgehen. „Den ersten Tag herrschte Chaos, dann fügte es sich ein“, so Risch. Mit Blick auf die Promenade lobte er deren neues Erscheinungsbild, woran die Sanierung des „Schumanns Garten“ erheblichen Anteil habe.

Risch sprach zudem die Parkplatzsituation an. Gerade am Markttag sei zu spüren, dass Weißenfels noch mehr Parkmöglichkeiten gebrauchen könnte. Allerdings machte er klar, dass die von einigen Bürgern gewünschten zwei Stunden kostenloses Parken nicht möglich sind. „Dann stehen die Autos dort den ganzen Tag an der gleichen Stelle, weil ihre Besitzer die Parkuhr immer weiter stellen“, sagte er. Aber die Stadt habe das Problem im Auge.

OB von Weißenfels: Fertig ist das Schloss noch lange nicht

Einer der Zuhörer war Sven Bischoff. Der Borauer sagte, dass er sehr an der Geschichte von Weißenfels interessiert sei. „Ich freue mich über jedes neu gestaltete Fleckchen“, meinte er. Auch die derzeitige Ansicht des Schlosses gefalle ihm. Der Vergleich zu alt und neu finde er sehr gelungen, sagt der Mann mit Blick auf den einen Teil der neu gestalteten Fassade und dem ursprünglichen Zustand der anderen Hälfte, an der gut sichtbar ist, in welchem Zustand sich das Gebäude vor dessen Fassadensanierung befand.

Risch machte aber klar, dass es nur das äußere Aussehen ist. „Fertig ist das Schloss noch lange nicht“, so das Stadtoberhaupt. Mit Hilfe von Fördermitteln könne die Statik des Hauses gesichert werden. Wichtig sei, dass die Stadt ein Nutzungskonzept für das Schloss entwickelt. Denkbar sei sogar eine Art Ideenwettbewerb mit Einbeziehung der Bürger. Allerdings, so Risch, müssten diese auch umsetzbar sein.

Wird Schloss Weißenfels barrierefrei?

Ein Haus der Vereine wäre zum Beispiel nicht tragbar. Denn das Haus muss betrieben werden. Dazu gehören auch Heizkosten. „Was macht man mit so einer Riesenfläche?“, fragte er mit Blick auf das historische Gemäuer. Momentan müsse die Stadt pro Jahr schon eine halbe Million Euro aufbringen, um solche Kosten zu decken.

Wichtig sei, dass das Schloss barrierefrei wird. Denn es gebe durchaus Anfragen von Busunternehmen. Sobald diese aber hören, dass das Haus keinen Aufzug besitzt, sei das Interesse erloschen. Auf jeden Fall soll laut Risch das Schlosscafé bald wieder eröffnet werden, um den Besuchern einen weiteren Anziehungspunkt zu bieten.

Braucht Weißenfels einen Investor?

Dieter Wnuck wohnt seit 27 Jahren in der Saalestadt. Ursprünglich stammt er aus Schleswig-Holstein. Dort gibt es die Insel Plohn mit seinem Schloss. Der Mann erzählte, dass ein bekannter Unternehmer es nach den Richtlinien des Denkmalschutzes zu einem Schulungszentrum für seine Mitarbeiter herrichtete und trotzdem ein sanierter Teil für Besucher zugänglich war.

So einen Investor bräuchte Weißenfels, sagte Wnuck während des Rundgangs. Risch erklärte, dass es diesen kurz nach der Wende gab, die Stadt es damals aber ablehnte, weil es das Haus in seiner Hand behalten wollte. Heute sei die Denkweise anders, aber ein Investor fehle eben. (mz)