Spurensuche in Uichteritz

Spurensuche in Uichteritz: Polizei sucht nach Feuer auf Acker die Brandursache

Weißenfels - Beim Feldbrand in Uichteritz gibt es keine Hinweise auf bewusste oder fahrlässige Brandstiftung. Doch die kann längst nicht überall ausgeschlossen werden.

Von Alexander Kempf 12.07.2018, 12:32

Die Rauchwolke beim Feldbrand in Uichteritz am vergangenen Sonntag war weithin sichtbar. Unersichtlich ist hingegen, wie das Feld überhaupt Feuer fangen konnte und somit in Windeseile etwa 50.000 Quadratmeter Weizen in Flammen standen. Auch die Polizei tut sich mit einer Erklärung schwer.

Ausschließen können die Beamten indes, dass der Feldbrand die Folge einer Brandstiftung war. „Im Uichteritzer Fall haben die Ermittlungen keinen Hinweis auf Fremdentzündung erbracht“, erklärt Polizeisprecherin Gesine Kerwien.

Dass der Brand in der Mitte des Feldes begann und zur Tatzeit keinerlei Personen an der Feuerstelle gesichtet wurden, legt aus Sicht der Polizei die Annahme nahe, dass das Feld weder mutwillig, noch aus Versehen in Brand geraten ist. Vieles deutet somit auf eine Selbstentzündung hin. Leidtragende ist die Agrargenossenschaft Burgwerben, die auf diese Weise zwei Hektar Weizen verlor. Den dadurch entstandenen Schaden beziffert die Polizei auf rund 5.000 Euro.

Feldbrände halten Ermittler auf Trab

Die Feldbrände in der Region haben die Ermittler in den vergangenen zwei Monaten auf Trab gehalten. Allein im Bereich des Burgenlandkreises sind die Beamten im Juni und im Juli zu vier Flächenbränden gerufen worden. „Neben Uichteritz, erfolgten Einsätze in Crauschwitz, Teuchern und Naumburg“, informiert Gesine Kerwien.

Dort brannte es wirklich. Die Beamten erreichten aber noch deutlich mehr Hinweise, die sich aber als falscher Alarm herausstellten. „Einige Brandmeldungen bestätigten sich nicht, da Anrufer Staubwolken bei der Ernte für Rauchwolken hielten“, berichtet die Polizeisprecherin.

Während die Burgwerbener Agrargenossenschaft nicht zuletzt von der Weißenfelser Feuerwehr für ihr besonnenes Handeln beim Feldbrand bei Uichteritz gelobt wurde, droht anderen ein juristisches Nachspiel. So ermittelt die Polizei im Burgenlandkreis in drei anderen Fällen wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Bis zu zehn Jahre Haft drohen bei vorsätzlicher Brandstiftung

Dort könnte jeweils ein Defekt an Erntemaschinen für den Brand verantwortlich sein. Außerdem laufe ein Ermittlungsverfahren wegen einer herbeigeführten Brandgefahr. In diesem Fall könnte ein brennender Grünstreifen in den Naumburger Moritzwiesen die Folge einer weggeworfenen Zigarettenkippe sein.

Sowohl Brandstiftung als auch das Herbeiführen einer Brandgefahr sind keine Kavaliersdelikte. Vorsätzliches Handeln kann mit einer Freiheitsstrafe zwischen einem und zehn Jahren geahndet werden. Aber auch wer fahrlässig handelt, riskiert ein Jahr Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe. In Uichteritz konnte der Brand am Sonntag in weniger als einer Stunde von den Kameraden gelöscht werden. Dafür waren Tausende Liter Wasser nötig. (mz)