Sprengstoffalarm in Weißenfels

Sprengstoffalarm in Weißenfels: Granaten im Keller gefunden

Weißenfels - Die ABC-Schutzeinheit der Weißenfelser Feuerwehr musste am Freitagabend in die Moritz-Hill-Straße einrücken.

Von Jan Iven

Die ABC-Schutzeinheit der Weißenfelser Feuerwehr musste am Freitagabend in die Moritz-Hill-Straße einrücken. Wie eine Polizeisprecherin auf Nachfrage der MZ mitteilte, hatte eine Anwohnerin beim Aufräumen im Hobbykeller ihres verstorbenen Mannes verdächtige Gegenstände und Chemikalien gefunden. Sofort verständigte sie die Einsatzkräfte.

Granatenähnliche Gegenstände

Wie die Feuerwehr Weißenfels bestätigte, kam ihre ABC-Schutzeinheit nach ersten Untersuchungen in dem Keller zu dem Schluss, dass von den Stoffen keine unmittelbare Gefahr ausgegangen sei. Die Kameraden rückten daher noch am Freitagabend wieder ab. Aus Feuerwehrkreisen hieß es, dass in dem Keller unter anderem „granatenähnliche Gegenstände“ gefunden wurden, zudem Zünder und Chemikalien. Darunter soll sich die pyrotechnische Mischung Schwarzpulver befunden haben, außerdem Kaliumnitrat, ein Bestandteil von Schwarzpulver. Ob damit sämtliche Bestandteile für einen kompletten Sprengsatz vorhanden waren, wollten Polizei und Feuerwehr nicht bestätigen.

Am Sonnabend waren nach Angaben der Polizeisprecherin schließlich der Kampfmittelbeseitigungsdienst Magdeburg sowie das Landeskriminalamt vor Ort. Die vorgefundenen Gegenstände und Chemikalien wurden zum Truppenübungsplatz Weißenfels gebracht und dort gesprengt. Die Polizei ermittelt wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz.

Sowohl Polizeisprecherin als auch Feuerwehr betonten, dass zu keiner Zeit eine Gefahr für die Anwohner oder angrenzende Gebäude bestanden habe. Während des Einsatzes wurde die Moritz-Hill-Straße gesperrt. Eine Evakuierung der Nachbarhäuser musste allerdings nicht eingeleitet werden.

Kein politischer Hintergrund

Nach Informationen der MZ soll sich der verstorbene Besitzer der Granaten in ärztlicher Behandlung befunden haben. Hinweise auf einen politischen oder extremistischen Hintergrund gibt es nach Angaben der Polizeisprecherin bisher nicht. Auch Verbindungen zur sogenannten Reichsbürgerbewegung seien nicht bekannt. (mz)