Sorgen um Schlossfest

Sorgen um Schlossfest: Ungewöhnlicher Umzug durch die enge Stadt

Weißenfels - Die diesjährige Parade nimmt eine andere Route als sonst. Was das für die Teilnehmer bedeutet und welche Sorgen die Organisatorin für die Zukunft plagen.

Von Tobias Schlegel 17.08.2019, 13:00

Zehn Jahre ist Gudrun Schulze nun schon Chefin im Ring. Seit 1999 kümmert sich die Rentnerin um die Organisation und die inhaltliche Zusammensetzung des Weißenfelser Schlossfestumzuges. „Ich mache das auch sehr gern. Mein Ziel ist es, durch den Umzug ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu erzeugen“, sagt die Gästeführerin. Dennoch macht sie kein Hehl daraus, dass sie bald 78 Jahre alt wird und die Zeit so langsam kommt, um den Staffelstab weiterzureichen.

Den Umzug 2020, im Rahmen des dann 30. Weißenfelser Schlossfestes, wolle sie auf jeden Fall noch mitnehmen. „Ich denke, dass wir uns angesichts dieses Jubiläums einiges überlegen werden“, sagt die Weißenfelserin. Wie es dann weitergeht, ist offen. Gern würde sie neue, jüngere Menschen in die Organisation des Umzugs mit einbinden. Doch sie sagt selbst: „Ich finde keinen Nachwuchs. Niemand will es machen. Dabei will ich mich gar nicht komplett zurückziehen, sondern weiter helfen und meine Kontakte und Konzepte zur Verfügung stellen“.

Diesjähriger Umzug umfasst 900 bis 1.000 Teilnehmer

Die diesjährige Ausgabe stellt Gudrun Schulze mit der Stadt, den Gästeführern Gudrun Drischmann, Jörg Riemer und Schusterjunge Lutz Teetzen auf die Beine. Zu tun gibt es eine Menge, schließlich umfasst auch der diesjährige Umzug 900 bis 1.000 Teilnehmer. Zudem kommt auf Gudrun Schulze und ihr Team noch eine weitere Herausforderung zu: Die Streckenführung weicht in diesem Jahr von der bisherigen ab, da die Nicolaistraße und der Georgenbergtunnel gesperrt sind.

Das hat zur Folge, dass die Route, die wie gewohnt in der Tagewerbener Straße startet und über die Merseburger Straße zur Saalebrücke führt, diesmal am Kreisel in die Saalstraße abbiegt, statt in die Friedrichstraße. Von dort aus geht es in die Jüdenstraße, weiter zum Markt und dann die Große Burgstraße hoch zum Parkhaus. Von dort aus verläuft der Umzug wieder auf seiner traditionellen Strecke hoch zum Schloss.

Für die Teilnehmer hat die Streckenführung einen Nachteil

Für die Teilnehmer hat die Streckenführung einen Nachteil: Auf große Fahrzeuge wie Trucks müssen sie aufgrund der Enge in der Jüdenstraße und in der Großen Burgstraße verzichten. „Darüber haben wir alle Teilnehmer informiert. Die Feuerwehr hat bereits verkündet, dass sie nur mit kleinen Wagen mitläuft“, erklärt Gudrun Schulze. Weitere Einschränkungen gebe es aber nicht.

Der Kartenvorverkauf für das 29. Weißenfelser Schlossfest (22. bis 25. August) ist in vollem Gange. Tickets für das viertägige Event gibt es in der Touristinformation am Markt. Für das Eröffnungskonzert am Donnerstag, 22. August um 20 Uhr, gibt es Tickets zum Preis von 15,30 Euro, ermäßigt für Schüler und Studenten 7,60 Euro. An der Abendkasse werden 16 bzw. neun Euro fällig. Für die Tribute-Night am Freitagabend (19 Uhr) kosten Tickets 6,50 Euro, an der Abendkasse acht Euro. Das Bändchen für den Historischen Markt und die Veranstaltungen auf dem Schlosshof am Sonnabend (ab 10 Uhr) und Sonntag (ab 11 Uhr) sind zum Preis von 5,50 Euro zu erwerben. Vor Ort werden sieben Euro fällig.

So sollte dem Höhepunkt des Schlossfestes nichts weiter entgegenstehen. Erneut werden die unzähligen Vereine, Gruppen und Privatpersonen einen Abriss der Weißenfelser Stadtgeschichte und des kulturellen und sportlichen Lebens der Stadt präsentieren. „Von der Besiedlung der Stadt bis zum Sport ist alles vertreten und jeder hat seine Berechtigung“, meint Gudrun Schulze. Sie selbst schlüpft mit ihrem Mann ebenfalls in ein Kostüm. Beide stellen das Herzogspaar August von Sachsen-Weißenfels und seine erste Ehefrau Anna Maria von Mecklenburg dar.

Wer übrigens selbst noch ein Kostüm braucht, hat am 20. August von 10 bis 14 Uhr im Kulturhaus letztmalig die Möglichkeit, sich ein Gewand kostenfrei aus dem Fundus auszuleihen. Auch hier steht Gudrun Schulze beratend zur Seite und klärt Interessenten über die Bedeutung der Kostüme auf. Zudem trifft sich das Organisationsteam am Abend von 18 bis 20 Uhr im Brauhaus. Sollten Teilnehmer noch Fragen zum Ablauf haben, können sie diese vor Ort stellen. (mz)