Sieben Heime fehlen

Sieben Heime fehlen: Impfstoff wird knapp: Erste Impfrunde kommt ins Stocken

Weissenfels/Zeitz - Sieben Heime fehlen: Impfstoff wird knapp: Erste Impfrunde kommt ins Stocken

Von Martin Walter

Der Impfstoffvorrat im Burgenlandkreis neigt sich dem Ende entgegen. Die Folge ist, dass die erste Impfrunde in den Altenheimen ins Stocken gerät, nicht wie geplant in dieser Woche abgeschlossen werden kann. Das gab Landrat Götz Ulrich (CDU) bei der wöchentlichen Corona-Pressekonferenz am Mittwoch bekannt. Konkret würden noch sieben Einrichtungen fehlen. Dort können die Impfungen nun erst erfolgen, wenn am kommenden Dienstag tatsächlich wie geplant die nächste Lieferung mit Impfstoff ankommt.

Trotz knappen Impfstoff wird mit der zweiten Immunisierung begonnen

Währenddessen werde nun aber bereits mit den Folgeimpfungen in den bereits versorgten Heimen begonnen. Für diese zweite Impfung seien extra Ampullen zurückgehalten worden. Aber wäre es nicht sinnvoll, diese vorgehaltenen Impfdosen für die noch nicht versorgten Altenheime zu nutzen?

Das jedenfalls erwägen derzeit einige Landkreise in Deutschland, um die Impfkampagnen nicht zu unterbrechen. Für den Burgenlandkreis kommt das nicht infrage, sind sich Götz Ulrich und Amtsärztin Ina Schmidt einig.

Im Burgenlandkreis wurden nach Angaben der Kreisverwaltung bis Mittwoch 2.239 Menschen gegen eine Covid-19-Erkrankung geimpft. Der Hauptanteil, nämlich 1.800 Personen, sind Bewohner und Mitarbeiter der Altenheime.

Es folgen mit 327 Impfungen Mitarbeiter in den Krankenhäusern, mit 59 Impfungen das medizinische Personal im Impfzentrum in Zorbau sowie 33 Personen der Rettungsdienste im Landkreis. Im Impfzentrum selbst haben bislang 20 Menschen den Impfstoff erhalten.

Sollte der Impfstoff wirklich nicht fristgemäß eintreffen, „wäre die erste Impfung wirkungslos"

„Die Ständige Impfkommission warnt vor diesem Vorgehen, da erst nach der zweiten Impfung der Impfschutz gewährleistet werden kann“, sagt Ina Schmidt. Wenn man die zweite Impfung hinauszögere, könne es zudem zu Virusmutationen kommen.

„Solange die nächsten Lieferungen nicht hundertprozentig sicher sind, wollen wir das Risiko nicht eingehen“, nennt Götz Ulrich einen weiteren Punkt. Denn sollte der Impfstoff wirklich nicht fristgemäß eintreffen, „wäre die erste Impfung wirkungslos.“

Ambulanter Pflegedienst positiv auf Corona getestet

Bezüglich der Impfungen wollten die beiden auch ein Gerücht aus der Welt schaffen, welches derzeit in Weißenfels kursiere. Denn nachdem dort Mitarbeiter eines ambulanten Pflegedienstes geimpft wurden, seien sie positiv auf das Coronavirus getestet worden, was zu der Annahme verleitet habe, der Impfstoff sei für die Infektion verantwortlich. „Es ist anzunehmen, dass in eine bestehende Infektion hineingeimpft wurde“, sagt Ina Schmidt.

Denn von einer Ansteckung bis zu den ersten Symptomen und dem Nachweis können fünf bis zehn Tage vergehen, so die Amtsärztin. Währenddessen ist die Sieben-Tage-Inzidenz laut den Zahlen des Landesamts für Verbraucherschutz, nach denen sich die seit Mittwoch geltende 15-Kilometer-Bewegungsgrenze richtet, leicht gesunken. Lag die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche am Dienstag bei 388,04, betrug sie am Mittwoch 371,83.

Besonders gefährdet sind jedoch die über 70-Jährigen

Zudem gab es 72 Neuinfektionen. Die Zahl der aktuell Infizierten liegt laut Land bei 1.041 Personen. Da der Infektionsanstieg der vergangenen Tage alle Altersklassen betreffe und die meisten Infektionen im privaten Umfeld geschehen seien, vermuten Götz Ulrich und Ina Schmidt Ansteckungen bei Silvesterfeiern und Neujahrsbesuchen als Hauptgrund dafür.

Besonders gefährdet sind jedoch die über 70-Jährigen. In dieser Altersklasse gibt es laut Kreisverwaltung aktuell 189 Infizierte, von denen ein Großteil Bewohner der Altenheime im Burgenlandkreis seien. (mz)