Kommentar

Schub gegen Populismus

Alexander Kempf über das Wählervotum.

Wahlen.
Wahlen. (Foto: dpa)

Aggressiv, schrill und polemisch - so hat die AfD auf Plakaten im Wahlkampf für sich geworben. Mit einem Direktmandat ist das im Wahlkreis Weißenfels nicht belohnt worden. Die Zustimmung für Marcus Spiegelberg lag sogar noch leicht unter der für seine Partei. Vertrauen vor Ort gewinnt man also nicht, wenn man nur häufig genug in der Fußgängerzone steht.

Der Protestbonus für die rechten Populisten ist trotzdem enorm. Mit Lothar Waehler hat im Wahlkreis Zeitz erneut ein eher unbeschriebenes Blatt das Direktmandat gewonnen. Wie 2016 bei Marcus Spiegelbergs Wahlerfolg dürften viele Wähler aber noch gar nicht wissen, was sie von Waehler zu erwarten haben.

Wer das Direktmandat gegen die Rechtspopulisten gewinnen will, der muss vor Ort also sichtbar und greifbar sein. Dass Fleiß allein kein Garant auf Erfolg ist, zeigt das beeindruckende Wahlergebnis vom Drittplatzierten Rüdiger Erben, dem viel mehr Zustimmung als seiner Partei zuteil wurde. Ihm wird also unabhängig vom Parteibuch reichlich Kompetenz zugeschrieben.

Mit dem Ausdauerläufer Erben, der über die Landesliste in den Landtag einzieht, und der umtriebigen Elke Simon-Kuch darf die Region nun auf zwei fleißige Fürsprecher in Magdeburg hoffen. Das könnte helfen, mehr Potenzial zu heben. Denn die Stimmung in und um Weißenfels ist zuweilen schlechter als die Lage. Die Nähe zum aufstrebenden Leipzig und Perspektiven aus dem Strukturwandel versprechen Schub für die Region. Kommt der, ist das der beste Gegenwind gegen Populismus.

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