„Schöner langer Donnerstag“

„Schöner langer Donnerstag“: Wie das Fazit von Ladenbetreibern und Besuchern ausfällt

Weißenfels - Saison-Ausklang bei der Initiative „Schöner langer Donnerstag“: Wie das Fazit von Ladenbetreibern und Besuchern ausfällt.

Von Meike Ruppe-Schmidt 30.09.2019, 08:30

Das trübe Wetter am Donnerstagabend tat der guten Stimmung in Udo Peschkes Weinhandlung keinen Abbruch. Hier genossen die Besucher zum letzten Mal in dieser Saison die verlängerten Öffnungszeiten am „schönen langen Donnerstag“ (Schö-La-Do). Eine Initiative, die Anfang August von einigen Händlern der Jüdenstraße in Weißenfels ins Leben gerufen worden war, mit dem Ziel, die Innenstadt abends zu beleben und Berufstätigen die Möglichkeit zu geben, in Ruhe einzukaufen. Begleitet wurde dies von einem Flohmarkt.

Wie sehr sich die Aktion bewährt hat? Initiator Udo Peschke von der Weinhandlung „Ambiente“ zeigte sich insgesamt zufrieden. „Ich hatte den Eindruck, die Gäste kamen gern und haben sich sehr gefreut, dass in der Stadt etwas los ist“, sagt er. „Die Besucherzahlen schwankten, waren wetterabhängig. Insgesamt wurde die Aktion gut angenommen, wenn auch nicht ganz so stark wie das Innenstadtfrühstück.“

„An manchen Tagen war die Stadt wirklich sehr gut besucht“

Schwankende Zahlen hat auch Ines Schmidt, Inhaberin des Lokals Suppines festgestellt. „An manchen Tagen war die Stadt wirklich sehr gut besucht“, sagt sie. „Viele Menschen, die alleine leben, suchten einfach Gesellschaft. Ich habe sie mit anderen Leuten an einen Tisch gesetzt. So entstanden hier nicht nur schöne Gespräche, sondern auch Freundschaften.“ Sie findet: „Wir haben mit dem ,Schö-La-Do‘ ein Zeichen gesetzt.“ Auch der Flohmarkt habe viele angelockt.

Regelmäßig unter den Flohmarkthändlern war Silke Schulze aus Kriechau. „Mein Eindruck war, dass tatsächlich mehr Leute in der Innenstadt unterwegs waren“, sagt sie. Insgesamt sei die Aktion sehr schön gewesen.

„Ich habe das Treiben beobachtet“

Mehr Leben in der Innenstadt wünscht sich auch Anwohnerin Marion Schmidt. „Ich habe das Treiben beobachtet“, sagt sie. „Allerdings fand ich nicht, dass die verlängerten Öffnungszeiten einen großen Effekt hatten. Ihr Eindruck: „Es kamen zu wenig Besucher.“ Auch Inka Friedrich von der Seume-Buchhandlung ist ernüchtert. „Für uns hat sich die Aktion nicht gelohnt“, sagt sie. Ihren Laden hat sie um 19 Uhr geschlossen, weil die Kundschaft ausblieb. „Unsere Kunden kommen eher tagsüber. Abends wollen die meisten Leute eher essen gehen, entspannen und chillen.“

Fröhliche Stimmung herrscht dagegen nur wenige Meter weiter in der Boutique „Fashion Dreams“ von Annett Straube. Hier stöberten viele Besucherinnen bei italienischen Snacks in der neuen Herbstkollektion. „Unser ,Schö-La-Do‘ hat sich super bewährt“, sagt Inhaberin Straube. Deshalb will sie die verlängerten Öffnungszeiten am Donnerstag für ihren Laden beibehalten, auch wenn die Initiative offiziell beendet ist. „Jetzt, wo es sich einmal herumgesprochen hat, kann ich nicht aufhören“, so Straube.

Offiziell soll es mit der Aktion „Schö-La-Do“ im kommenden Frühjahr weitergehen

Offiziell soll es mit der Aktion „Schö-La-Do“ im kommenden Frühjahr weitergehen. Auch der Stadtmarketingverein hat bereits seine Unterstützung angekündigt. „Wir freuen uns, dass die Testphase gut gelaufen ist und sich die Besucherzahlen stetig erhöht haben“, sagt Elke Simon-Kuch vom Stadtmarketingverein.

„Die Aktion muss erhalten bleiben. Wir werden uns zudem dafür stark machen, dass den Flohmarkthändlern auch in der kommenden Saison die Standgebühr erlassen wird.“ Und Initiator Udo Peschke findet: „Flagge zu zeigen, hat sich gelohnt. Wir sind Unternehmer - und Unternehmer müssen was unternehmen.“ (mz)