Schlossfest Weißenfels

Schlossfest Weißenfels: Eine Stadt im Aufwind

Weißenfels - Die gute Nachricht kommt an diesem lauen Sommerabend fast nebenbei daher: Die Weißenfelser müssen in den nächsten beiden Jahren nicht mit einer Erhöhung von Steuern und Gebühren rechnen. Als große Bühne für seine positive Kunde hat sich Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) am Donnerstagabend die Eröffnung des Schlossfestes ...

Von Andreas Richter 26.08.2016, 07:00

Die gute Nachricht kommt an diesem lauen Sommerabend fast nebenbei daher: Die Weißenfelser müssen in den nächsten beiden Jahren nicht mit einer Erhöhung von Steuern und Gebühren rechnen. Als große Bühne für seine positive Kunde hat sich Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) am Donnerstagabend die Eröffnung des Schlossfestes ausgesucht.

Und er hat gute Argumente für sein Versprechen. So kann er verkünden, dass die städtischen Einnahmen aus der Gewerbesteuer der ortsansässigen Unternehmen in diesem Jahr erstmals die 20-Millionen-Euro-Marke überschritten haben. Aktuell stehen laut Risch bereits 21,8 Millionen Euro zu Buche. Als positives Signal sieht der Verwaltungschef den speziellen „Festschmuck“, den Weißenfels in diesem Jahr für das traditionelle Volksfest angelegt hat: Absperrbänder allerorten - gleichsam als Symbol für die vielen Baustellen in der Stadt. Die neugestaltete Promenade sei ebenso ein Zeichen für die dynamische Entwicklung der Kommune wie die bevorstehende Fertigstellung der heiß ersehnten Saalebrücke zwischen den Ortsteilen Uichteritz und Leißling.

Trotz allem noch Defizite

Dass die Stadt im Aufwind trotz allem noch Defizite hat, will Risch in seiner Eröffnungsrede zum Schlossfest dann doch nicht verschweigen: die stark sanierungsbedürftigen Bäder zum Beispiel, eine aus den Nähten platzende Stadtbibliothek oder die Entwicklung des interkommunalen Gewerbegebietes an der Autobahn 9, bei der noch immer kein wirklicher Durchbruch gelungen ist. Dennoch ist Rischs Botschaft an diesem Abend klar: „Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Wir sind noch kein strahlender weißer Schwan, aber längst auch kein hässliches Entlein mehr“, so das Stadtoberhaupt vor den rund 700 Gästen der Eröffnungsveranstaltung.

Bei so viel Selbstbewusstsein bleibt Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Jörg Felgner (SPD) nur noch Stoff für eine wohltuend kurze Ansprache an das Festvolk. Artig verteilt er Lob an eine Stadt, die dafür sorgt, dass die Kita-Gebühren nicht steigen. Weißenfels sei zwar relativ weit weg, jedoch „sehr präsent in Magdeburg“, verrät Felgner noch und bescheinigt der Stadt, tatsächlich auf dem Weg zum weißen Schwan zu sein.

Auszeichnung für Ehrenamt

Und weil es gerade so gut läuft, befördert Felgner den Vorsitzenden des Weißenfelser Stadtrates, Jörg Freiwald (Die Linke), kurzerhand zum Stadtratspräsidenten. Der derart Geschmeichelte zeichnet alsdann zwei Bürger aus, die mit ihrem ehrenamtlichen Engagement zum guten Gelingen in der Gemeinschaft beitragen. Herbert Dathe setzt sich als Vorsitzender des Seniorenbeirates besonders für die Interessen der älteren Bewohner ein. Und Jürgen Knipper engagiert sich seit Jahrzehnten für seinen Fußballverein Blau-Weiß Borau. Beide erhalten die Ehrennadel der Stadt Weißenfels.

Während es dämmert im weiten Rund, naht im ausverkauften Schlosshof schließlich die Stunde der Kunst. Das Leipziger Symphonieorchester spielt Musik aus bekannten Filmen und stimmt damit gleichsam auf drei ereignisreiche Festtage ein. (mz)