Schloss Neu-Augustusburg

Schloss Neu-Augustusburg: Schuh-Fan erstellt neue Schuh-Ausstellung in Weißenfels

Weissenfels - Isabell Aurin-Miltschus ist die neue Direktorin der Dauerausstellung.

Von Tobias Schlegel 21.03.2019, 15:00

Die Voraussetzungen für den Job könnten besser nicht sein. Um die 60 Paar Schuhe besitzt Isabell Aurin-Miltschus. „Mittlerweile ist bei mir zu Hause eine beträchtliche Sammlung entstanden. Ich habe mehr als einen Schuhschrank“, sagt die 44-Jährige und lacht dabei. Wo ließe es sich bei dieser Leidenschaft besser arbeiten, als im Museum des Weißenfelser Schlosses Neu-Augustusburg, deren Aushängeschild seit vielen Jahren die Schuhausstellung ist?

Neuer Position ist vielseitig

Isabell Aurin-Miltschus arbeitet seit Januar in der Einrichtung und ist seit März die Nachfolgerin der langjährigen Mitarbeiterin Angela Sengewald. Diese hatte sich Ende Februar in Altersteilzeit verabschiedet. Die Funktionen der Leipzigerin sind vielseitig: Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin, stellvertretende Museumsleiterin und Hauptverantwortliche für die Schuhausstellung. An ihrer neuen Arbeit hat die Schuh-Liebhaberin schnell Freude gefunden.

In ihrem kleinen Büro präsentiert sie gerade einen kleinen quadratischen Karton. Darin befindet sich ein Paar Kinderschuhe aus den 1940er Jahren. „Eine Frau aus Dessau hat sie uns gestiftet. Sie gehörten ihrem Ehemann“, erzählt Isabell Aurin-Miltschus und nimmt gleich eine erste Analyse vor. Das Ergebnis: Die Schuhe sind in einem ordentlichen Zustand. Ob sie es in die neue Dauerausstellung schaffen, die derzeit in Planung ist? Möglich sei es.

Ausstellung: Schuhe, Schuhe, Schuhe

Die Gestaltung der neuen Schuhausstellung ist ihr erstes großes Projekt. Und man merkt schnell, wie sehr Isabell Aurin-Miltschus sich darauf freut. Denn als Verantwortliche obliegt es ihr festzulegen, welche Exemplare in die Ausstellung kommen. „Der Ausstellung den eigenen Stempel aufdrücken zu können, ist eine tolle Herausforderung und Perspektive“, sagt Isabell Aurin-Miltschus. Schuhe, so sagt sie, sind in ihren Augen wunderbare Objekte. „Solange es die Menschheit gibt, gibt es auch Fußbekleidung“, erklärt Isabell Aurin-Miltschus. Besonders gefalle ihr die Vielfalt, die verschiedenen Formen von Schuhen. „Und: Ein Schuh ist viel mehr als nur eine Fußbekleidung. Er ist auch ein Kunst- und Designobjekt“, erklärt die Leipzigerin.

In der Messestadt ist die Mutter einer 14-jährigen Tochter geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur an der Thomasschule zog es Isabell Aurin-Miltschus nach Nürnberg, wo sie eine Ausbildung zur Industriekauffrau bei einer Firma für Haushaltsgeräte absolvierte. Danach arbeitete sie auch in dem Unternehmen. „Ich habe aber gemerkt, dass mich diese Arbeit nicht ausfüllt“, erklärt sie. Im Jahr 2000 begann sie deshalb ein Studium in Kunstgeschichte, Medien- und Kommunikationswissenschaft und Psychologie.

Kontakt zur Schuhindustrie 

2009 folgte eine Anstellung im Barockschloss Delitzsch, bevor sie 2016 in Weißenfels Fuß fasste. Bis Ende des vergangenen Jahres wirkte sie an dem Projekt „Kultur in Weißenfels“ mit, das sich mit pädagogischen Angeboten für die Museen der Stadt beschäftigt hat.

Seit dem Jahreswechsel gehört Isabell Aurin-Miltschus nun zum Team des Schlossmuseums - und fühlt sich in diesem wohl: „Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich“, sagt sie: „Ich führe auch Besucher durch die Ausstellung, erteile Auskünfte und halte Kontakt zur Schuhindustrie und zu Designern. Ich sitze also nicht nur am Schreibtisch und das gefällt mir.“ (mz)