Restaurierung beginnt

Sanierung: Der Brunnen am Markt ist dann mal weg. Weißenfels bekanntestes Postkartenmotiv fehlt.

Weissenfels - Aufgrund von Sanierungsarbeiten fehlt der Stadt Weißenfels ihr wohl bekanntestes Postkartenmotiv: Der Brunnen

Von Andreas Richter 09.02.2017, 05:45

Es war das wohl bekannteste Postkartenmotiv von Weißenfels: Der Blick auf den sprudelnden Marktbrunnen, im Hintergrund thront oben das Barockschloss Neu-Augustusburg. Seit Mittwoch gibt es dieses Motiv jedoch nicht mehr. Das Mittelstück des Brunnens wurde abgebaut.

Teile des Weißenfelser Brunnen werden restauriert

„Das mittlere Teil wird jetzt in einer Steinmetz-Werkstatt aufgearbeitet und dann in den Brauhausbrunnen in der Fischgasse wieder eingesetzt“, erklärt Frank Hyß, Abteilungsleiter Technische Dienste bei der Stadt. Wann genau der Brunnen an jener Stelle, an der sich einst ein Seerosen-Wasserspiel befand, wieder zu sehen sein wird, konnte er gestern noch nicht sagen.

Fest steht, dass an dem neuen Standort wegen der unmittelbaren Nähe zu Straße und Wegen keine Fontäne mehr sprudeln wird. Das Wasser wird vielmehr über die Schale laufen und sofort im Boden abfließen. Unterirdisch wurde ein Auffangbecken installiert. Das große runde Becken vom Marktbrunnen wird laut Hyß abgebaut und entsorgt.

Der Umzug des Brunnens und die am Mittwoch in Angriff genommene Beseitigung der Linden sind die unübersehbaren Vorboten für ein 3,5-Millionen-Euro-Projekt, das die Stadt in den nächsten beiden Jahren beschäftigen wird: die umfassende Sanierung der ramponierten Oberfläche des zentralen Platzes. Wenn die Bauarbeiten dafür Ende März im nördlichen Bereich vor der Geschäftsstelle der Sparkasse beginnen, dann endet zugleich eine mehr als zwölfjährige Vorbereitung des Vorhabens.

Nach jahrelangen Diskussionen wird nun im Wesentlichen ein Entwurf verwirklicht, den ein Berliner Büro bereits im Jahr 2003 im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs vorgestellt hatte. Danach sollen auf dem Platz Granitplatten verlegt werden. Im Boden integrierte Leuchten, Wasserspiele und ein „Teppich der Nacht“ - ein Band aus weißen Profilplatten, in dem in einem dünnen Film Wasser fließt - sollen den Platz deutlich attraktiver machen.

Zehn Jahre dauerte die Umsetzung der Sanierungsarbeiten

Ende 2004 wurde das Projekt jedoch verschoben. Der Stadtrat hatte seinerzeit beschlossen, für den Markt eingeplantes Geld zunächst für die dringende Sanierung von Gebäuden am Platz einzusetzen. Erst gut zehn Jahre später war die Zeit reif für eine neue Debatte, die damit endete, dass der ursprüngliche Entwurf nun weitgehend umgesetzt wird. Die Bauarbeiten sind bis Ende nächsten Jahres geplant.

(mz)