Saisonstart am Kloster St. Claren

Saisonstart am Kloster St. Claren: Die Geheimnisse des alten Wandbilds

Weissenfels - Das historische Gebäude hat seinen Besuchern in der neuen Saison viel bieten.

Von Andreas Richter 08.04.2019, 08:00

Wenn an diesem Wochenende im Weißenfelser Kloster St. Claren die neue Saison so richtig beginnt, dann stehen den Mitgliedern des rührigen Bürgervereins gleich zwei ereignisreiche Tage bevor. „Am Samstag ist erst mal Frühjahrsputz“, kündigt der Vereinsvorsitzende Olaf Brückner an.

Geheimnisse des alten Wandbilds

Nach dem großen Saubermachen im ältesten Gebäude der Stadt können sich die Besucher am ersten offenen Sonntag des Jahres gleich auf spannende Geschichten freuen. Olaf Brückner wird in seinem Vortrag unter anderem über eine 500 Jahre alte Wandmalerei berichten, die vor etwa vier Jahren im Ostflügel des ehemaligen Clarissenklosters gesichert wurde. Doch er wird nicht nur an die seinerzeit spektakuläre Entdeckung erinnern. „In den vergangenen Monaten hat sich rund um das Kloster viel getan“, weiß Brückner. So wurde bei den umfangreichen Bauarbeiten im Stadtzentrum unter anderem entdeckt, dass noch vor 500 Jahren am Rosalskyweg die Stadtmauer gestanden hat.

Brückners Vortrag ist der Auftakt für eine ganze Reihe von Veranstaltungen, die bis September jeweils am ersten Sonntag im Monat in die mehr als 700 Jahre alten Mauern locken. So wird am 5. Mai Weltenbummler Robby Clemens über seinen aufsehenerregenden Fußmarsch vom Nordpol in die Antarktis berichten. Einen Monat später, am 2. Juni, werden die „Weißenfelser Kaffeehausmusikanten “ im altehrwürdigen Gebäude zu Gast sein. Beim traditionellen Museumspfad, diesmal am 18. Mai, wird das Kloster eine der Stationen sein.

Historischer Fund

Und wenn die Besucher ins Kloster kommen, dann haben sie gleich Gelegenheit, sich mit einer Spende an einem besonderen Projekt zu beteiligen. „Wir sammeln in diesem Jahr für die Übersetzung eines Notenblattes aus der Zeit vor der Reformation“, erklärt Olaf Brückner. Gefunden wurden die Noten schon vor Jahren in einer Klosterakte im Weißenfelser Stadtarchiv.

Nun soll das Notenfragment rekonstruiert und mit anderen mitteldeutschen Überlieferungen aus jener Zeit verglichen werden. Wie viel die aufwändige Rekonstruktion kosten wird, ist laut Brückner heute allerdings noch nicht absehbar. (mz)

Das Kloster ist ab jetzt an jedem Donnerstag, jeweils zwischen 14 und 17 Uhr, für Besucher geöffnet.