Saalebrücke in Weißenfels

Saalebrücke in Weißenfels: Werden Fahrer verschaukelt?

Weißenfels - Die sanierte Fahrbahn über die Saalebrücke in Weißenfels ist in einem ordnungsgemäßen Zustand. Es liege kein akuter Handlungsbedarf vor, teilte auf Nachfrage der MZ Petra Witte mit, die Regionalbereichsleiterin in der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, Regionalbereich ...

Von Klaus-Dieter Kunick 14.10.2016, 11:00

Die sanierte Fahrbahn über die Saalebrücke in Weißenfels ist in einem ordnungsgemäßen Zustand. Es liege kein akuter Handlungsbedarf vor, teilte auf Nachfrage der MZ Petra Witte mit, die Regionalbereichsleiterin in der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, Regionalbereich Süd.

Ganz andere Erfahrungen hatten jedoch mehrere Leser gemacht. Etliche von ihnen wandten sich Anfang Oktober an die Redaktion und kritisierten, dass die fertiggestellte Straße zig Unebenheiten aufweise (die MZ berichtete). Dieser Zustand habe sich seither nicht geändert. Die Behörde hatte sich darauf berufen, dass kurze Zeit vor der Berichterstattung angeblich keine Ebenheitsmessung vorgelegen habe. Dies sei mittlerweile nachgeholt worden. Hier das Ergebnis: „Es gibt keine relevanten Überschreitungen der Toleranzbereiche. Auch bei Regen gab es keine Pfützen“, so die Bereichsleiterin. Das anfallende Niederschlagswasser werde planmäßig entwässert. Witte: „Der auf die Fahrbahn aufgebrachte Gussasphalt wird sich durch das Abfahren noch etwas einebnen.“

Unebenheiten auf Saalebrücke deutlich bemerkbar

Mit diesem Fakt konfrontiert, antwortet eine Leserin dem Reporter: „Müssen Sie darüber nicht selbst lachen?“ Nie und nimmer glaube sie das. Denn die Realität sehe anders aus. „Gerade Brücken ,leben’ doch, mehr als jede andere Straße“, ergänzt sie. Sie stelle der Baubehörde die Frage, ob die Leute für dumm verkauft werden sollen. Von der Hand zu weisen sind diese Überlegungen der Weißenfelser Leserin gewiss nicht. Die MZ-Redaktion überzeugte sich ebenfalls: Beim Befahren der bereits sanierten Fahrbahn über die Saalebrücke machten sich die Unebenheiten deutlich bemerkbar. Gezählt wurden rund 30 Stöße, die im Fahrzeug zu spüren sind. Fazit: Auf dem neu fertiggestellten Teilstück rumpelt es nach wie vor.

Und wie sieht die Stadtverwaltung Weißenfels die Sache? „Wenn es tatsächlich gravierende Fehler geben sollte, gehen wir davon aus, dass der Landesbaubetrieb reagieren wird“, teilt Pressesprecherin Katharina Vokoun mit. Einen weiteren Leser beruhigt das ganz und gar nicht: „Was soll erst passieren, wenn Nässe, Frost und Eis auf der Fahrbahnen sind? Was passiert bei Tempo 100?“ Nie und nimmer könne er an das glauben, was einem hier „aufgetischt“ werden solle.

Weitere Ebenheitsmessung geplant

Doch auch die Straßenbehörde reagiert erneut: „Nach dem normalen Herunterfahren des Splitts wird innerhalb von etwa vier Wochen eine weitere Ebenheitsmessung durchgeführt“, erklärt Petra Witte. Die Ergebnisse werden denen der zurzeit vorliegenden aktuellen Messung, die keine relevanten Abweichungen vom Soll ergeben hat, gegenübergestellt. Das Abfahren des Gussasphalt selbst zieht sich etwa über einen Zeitraum von einem halben Jahr hin, also bis Frühjahr 2017. Dem Gerücht, dass an der Brücke im nächsten Jahr erneut Sanierungsmaßnahmen vorgesehen seien, widerspricht Witte. (mz)