Erbe von Erbauer im Fokus

Rühlmanns Erbe - Internationales Orgel-Festival gastiert in Obschütz

Von Franz Ruch
Die Rühlmannorgel in Obschütz war lange Jahre kaputt.
Die Rühlmannorgel in Obschütz war lange Jahre kaputt. (Foto: Lisker)

Obschütz/MZ - Seine Orgeln genießen in der internationalen Fachwelt ein hohes Ansehen. Damit die Musikinstrumente des Handwerksmeisters Wilhelm Rühlmann auch beim gemeinen Volk nicht aus den Augen und vor allem Ohren geraten, erinnert auch dieses Jahr wieder das „Internationale Rühlmannorgel-Festival“ an das Werk des Zörbiger Orgelbauers. Am Sonntag, 19. September, um 17 Uhr gastiert Kantor Matthias Müller in der Laurentiuskirche in Obschütz und lässt die dortige Rühlmannorgel erklingen.

Konzert wird heiß erwartet

Bereits zum 16. Mal wird mit dem Festival an das Erbe Rühlmanns erinnert. Kantor Müller reist zusammen mit dem spanischen Tenor Pedro Cuadrado auf seiner Tour zu insgesamt 37 Standorten der Rühlmannorgeln in Sachsen-Anhalt. Seit 2017 ist auch das hiesige Obschütz dabei. „Und wir freuen uns jedes Jahr wieder darauf“, sagt Kirchenälteste Erika Vogel. Schon im vergangenen Jahr sei das Festival trotz Corona ein voller Erfolg gewesen. „Es wird sehr gut angenommen. Die Kirche war voll.“

Als Grund für die Beliebtheit des Festivals nennt Kirchenälteste Vogel auch das Begleitprogramm von Kantor Müller, der für jeden leicht verständlich zeige, was die Orgel kann. „So ist es immer sehr lehrreich“, ergänzt sie. Und zu lernen gibt es einiges: So zum Beispiel, dass die Orgel in Obschütz die Opuszahl 455 trägt und damit zu einer der letzten Rühlmannorgeln zählt.

Restauration im Gange

Das Konzert in der Obschützer Laurentiuskirche findet im Rahmen laufender Restaurierungsarbeiten statt. Der Chorraum der romanischen Kirche wurde vergangenes Jahr in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege restauratorisch gesichert. „Die Arbeiten sind fast abgeschlossen“, sagt Claudia Janich, Kirchenbaureferentin im Kirchenkreis Merseburg. Lediglich ein paar kleinere Arbeiten, wie das Neuverschließen der Elektroleitungen mit Kalkputz, stünden noch aus. Im kommenden Jahr sollen die Arbeiten im Kirchenschiff weitergehen.

Die Rühlmannorgel ist von der Restauration allerdings nicht betroffen. Das 1924 eingebaute Instrument wurde bereits von Christoph Noetzel repariert, der 2012 nach gut 20 Jahren Stille auch das erste Mal wieder ein Konzert auf ihr spielte.