Neujahrsempfang

Robby Risch, Oberbürgermeister von Weißenfels, kritisiert Finanzausgleich des Landes

Weißenfels - Der Weißenfelser Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) hat an das Land appelliert, den Finanzausgleich zwischen Land, Landkreisen und Kommunen zu überdenken

Von Andreas Richter 18.01.2017, 15:02

Der Weißenfelser Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) hat an das Land appelliert, den Finanzausgleich zwischen Land, Landkreisen und Kommunen zu überdenken. Auf dem Neujahrsempfang der Stadt am Dienstagabend verwies er darauf, dass sich die derzeitige Praxis nachteilig auf Kommunen mit hohen Gewerbesteuereinnahmen auswirkt.

Warum der Weißenfelser Oberbürgermeister Robby Risch den Finanzausgleich des Landes kritisiert

Im vergangenen Jahr waren erstmals Gewerbesteuern in einem Gesamtumfang von mehr als 20 Millionen Euro in die Weißenfelser Stadtkasse  geflossen. Wie Risch sagte, werden  die zusätzlichen Steuereinnahmen im kommenden Jahr  durch deutliche Kürzungen bei den Zuweisungen des Landes  wieder „aufgefressen“. Der Kommune drohe 2018 ein Millionen-Defizit. „Wir werden für unsere gute Arbeit bestraft“, sagte Risch.

Dass in der Stadt gerade Industrie und Mittelstand gute Arbeit leisten, daran ließ Risch auf dem Empfang im Kulturhaus keinen Zweifel, der in diesem Jahr unter dem Motto „Die Mitte der Gesellschaft - Wirtschaft und Handel in Weißenfels“ stand. Er erinnerte an die positive Entwicklung solcher Unternehmen wie die Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke GmbH & Co. KG, die  Firma Schüco oder die gemeinnützige Integra GmbH. „Wir haben verlässliche Unternehmen und gute Arbeitsplätze“, sagte Risch.

Stadtumbau soll weiter vorangetrieben werden

Deshalb  gelte es weitere Anstrengungen zu unternehmen, um Weißenfels als attraktiven Wohnstandort zu entwickeln. Ein Unterfangen, bei dem Thomas Webel, Minister für Landesentwicklung und Verkehr, der Stadt seine Unterstützung zusagte. Der CDU-Politiker bescheinigte der Kommune nicht nur eine solide Haushaltspolitik, sondern kündigte an, den Stadtumbau in Weißenfels auch künftig mit Landesmitteln zu fördern.

Doch nicht allein das Geld stand im Mittelpunkt des Abends mit geladenen Gästen aus kommunaler Politik, Wirtschaft und Kultur.  Rund um eine Orgel, auch Königin der Instrumente genannt, drehte sich das anspruchsvolle kulturelle Rahmenprogramm.

Kulturprogramm des Neujahrsempfangs: Weißenfelser Verein „music art" präsentiert Musical

Mit dem Stück „Alban und die Königin“ hat der hiesige Verein music art zum ersten Mal ein eigenes Musical produziert, das am 5. Mai dieses Jahres seine Premiere im Kulturhaus haben wird. Die Gäste des Neujahrsempfangs konnten am Dienstagabend schon mal erste Ausschnitte aus dem Stück genießen, in dem die Ladegastorgel in der Marienkirche im Mittelpunkt steht.

Für einige Minuten im Mittelpunkt stand schließlich auch Jürgen Hahn aus Uichteritz. Wurde er doch vom Stadtratsvorsitzenden Jörg Freiwald (Die Linke) mit der Ehrennadel der Stadt Weißenfels ausgezeichnet. 

Seit vielen Jahren engagiert sich Hahn im Lobitzscher Kultur- und Traditionsverein. Dessen Aushängeschild ist die Lobitzscher Altweibermühle, die nur alle sieben Jahre, das letzte Mal  im vergangenen Jahr, stattfindet. Der Borauer Kurt Böhme, der ebenfalls  geehrt werden sollte, konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein und soll nun auf dem Schlossfest im Sommer ausgezeichnet werden. (mz)